Kein Platz für “Die Freiheit” in Berlin

Satz mit x. Das war wohl nix. Groß angekündigt, konnte der erste Parteitag der Rechtspartei Die Freiheit schlussendlich doch nicht stattfinden. Die Veranstalter kamen dem Vorhaben wohl auf die Schliche und sagten kurzerhand ab.

© diefreiheit.org

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Sowohl das Hotel Crowne Plaza nähe Kurfürstendamm, als auch die GLS Sprachschule in der Kastanienallee, spielten letzten Endes nicht mit und stellten Rene Stadtkewitz die Räumlichkeiten für die Abhaltung des ersten Parteitages seiner islamfeindlichen Partei „Die Freiheit“ entgegen vorherigen Vereinbarungen schlussendlich nicht zur  Verfügung. Auf diesem wollte man nicht nur die Teilnahme an der kommenden Berliner Abgeordnetenhaus-Wahl entscheiden, sondern auch die Statuten beschließen. Es klingt fast wie ein Witz, dass dies in einer internationalen Sprachschule geschehen sollte.

Mit ca. 30 Anhängern ließ es sich der ehemalige Berliner Abgeordnete nicht nehmen vor der GLS Sprachschule in Prenzlauer Berg eine Spontanversammlung abzuhalten – 50 Demonstranten konterten. Die Polizei war über die gesamte Kastanienallee verteilt vor Ort.

Der Berliner Morgenpost verkündete Stadtkewitz im Nachhinein, er sei „wirklich verärgert“. Trost kann er sich bei seinem niederländischen Gesinnungsgenossen Geert Wilders holen. Dem widerfuhr ähnliches hier in Berlin.

Bernard Bruck (mit Bildmaterial von diefreiheit.org)

12 comments

  1. sonoro

    Gute Nacht Meinungsfreiheit
    Herzlich willkommen im Gesinnungsstaat
    WEnn man mal vergleicht, was in dieser Gesellschaft alles möglich ist an Meinungsäusserung von der politisch richtigen Seite der Gutmenschen und dann sieht , wie wenig demokratischem Spielraum einer jeder Art von Meinungsäusserung gegeben wird, die rechts von der CDU ist ( die ja längst nicht mehr den Begriff rechts okkupiert) dann kann man schon an der Demokratie verzweifeln. Der einzige Trost: in wirklichen Diktaturen ist es noch schlimmer

  2. Jens Metscher

    Sehr geehrter Herr Bruck,
    mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch las ich Ihren Artikel über das, meiner Meinung nach, völlig legetime Vorhaben dieser Partei. Ich bin bis dato davon ausgegangen, dass jeder hier in unserem Land die Freiheit besitz, sofern Verfassungskonform oder aufgrund des Fehlens einer Verfassung, Grundgesetzkonform, politisch tätig zu werden. Wenn dann eine Situation eintritt in denen potentielle Vermieter aus reiner Angst der ach so heiligen political correctness nicht gerecht zu werden , keine Räumlichkeiten zu Verfügung stellen, dann lieber Herr Bruck ist dies eher ein Spiegelbild der momentanen Situation in diesem Land. Im übrigen dürfte Ihnen ebenfalls klar sein, dass man Texte, wie Sie dies zu diesem Thema getan haben, in einen gewissen Kontext setzen kann, der ein Bild enstehen läßt, welches nicht annähernd der Realität entspricht. Durch Formulierungen wie *…auf die Schliche gekommen…* ensteht für den Leser die Vermutung, dass es sich hier um einen nicht gesetzeskonformen Vorgang handelt. Dies transportiert allerdings ein falsches Bild. Dies sollte man, auch mit 23 Lebensjahren, wenn man dann im Journalismus tätig sein will, wissen und wenn man dies dann weiß, dann sollte man nicht auf den gemeinhin bekannten Zug derer springen, die der oft so fragwürdigen politischen Korrektheit zu Munde reden. Im übrigen, Herr Bruck, gab es auch in Ihrem Herkunftsland etwas ähnlich geartetes. Zu diesem Zeitpunkt müssen sie ca. 16 Jahre alt gewesen sein. Es handelte sich um die FPL. Diese Partei hatte ihre Chance, sie hat sie nicht genutzt, die Bevölkerung diese Partei nicht gewollt und so wurde sie von der Geschichte hinweg gefegt.
    In diesem Sinne….Worte können eine Waffe sein…gehen Sie behutsam damit um.

    • Bernard Bruck
      Author

      Ihr mulmiges Gefühl kann ich sehr gut nachempfinden. „Legitim“ oder nicht, verhält man sich seitens eines ehemaligen Abgeordneten – der ja bereits das Lenkrad in der Hand hatte – anders. Ethnische und politische Correctness gehören dazu.

      Aufgrund des recht ausführlichen und überzeugenden Kommentars allerdings, möchte ich Sie einladen einen Gastartikel zu diesem und/oder weiteren Themen zu schreiben. Sofern dieser der üblichen Netiquette standhält, veröffentlichen wir diesen gerne als einen solchen. Alle weiteren Informationen erhalten Sie nach entsprechender Anfrage unter bernard.bruck [at] hauptstadtstudio.com

  3. Robert

    Ein Armutszeugnis für die Demokratie und den Rechtsstaat ist dies. Demokratie und Rechtsstaat leben von einer Gesellschaftsordnung, die sich kritisch und selbstbewusst mit den Fragen ihrer Zeit auseinandersetzt. Hierfür gibt es eine enorme Anzahl an positiven Beispielen. Doch befinden sich diese positiven Beispiele zumeist in einem politischen Lager, welches ihre eigenen politischen Ideale als Antwort auf jegliche Frage ansieht. Andere Antworten werden hierbei nicht mehr anerkannt und respektiert.

    Die Partei „Die Freiheit“, welche sich im geistigen Erbe des im 19. Jahrhundert formierten Liberalismus befindet, wurde von einem politischen Lager diffamiert, welches sich gerne als Hüter von Gerechtigkeit und Solidarität versteht. Gleichzeitig aber die schrecklichen und menschenverachtenden Verbrechen des DDR-Regimes für positiv empfindet oder sich zumindest noch nie über diese ausreichend informiert hat. Demokratie und Rechtsstaat werden genau von diesen nur für sich selbst in Anspruch genommen und anderen Parteien und gesellschaftlichen Bestrebungen verweigert und abgesprochen.

    Wenn man sich alleine nur das Video des Spiegels über die Veranstaltung näher anschaut ( http://www.spiegel.de/video/video-1103040.html ) und im Hintergrund Rufe wie „Nie wieder Deutschland!“ hört, kommt man eben doch zu der Einschätzung, dass eine Partei, wie die Freiheit, in Deutschland gebraucht wird, um eine ehrliche Gegenbewegung zu diesen linken Fanatikern bieten zu können.

    Nach den zwei verheerenden und menschenverachtenden Diktaturen in Deutschland, dem NS-Staat und der DDR-Diktatur, war ich der Überzeugung, dass Pluralismus und Demokratie in jedem freien Individuum eingezogen sind. Auch der hier gestellte Artikel hat mir diese Ansicht widerlegt.

  4. Marek Nozincic

    **Es klingt fast wie ein Witz, dass dies in einer internationalen Sprachschule geschehen sollte.**

    Wieso klingt das wie ein Witz. Die Freiheit ist eine liberale, demokratische Bürgerpartei die für das Recht der Bürger eintritt. Wo passt das nicht mit einer Sprachschule zusammen. Sie sollten vielleicht erst einmal das Parteiprogramm lesen, bevor Sie einen Artikel verfassen.
    „Wer lesen kann ist klar im Vorteil“!
    Ich werde auf jeden Fall eine Mitgliedschaft überlegen.

    „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Voltair)

  5. Jörg

    Lieber Herr Bruck,

    wenn ich Ihren Text lese kräuseln sich mir die Nackenhaare… – wenn das Ihre Vorstellung von unparteiischen und objektivem Journalismus ist, kann ich nur sagen:

    – Ein Satz mit x, war wohl nix.-

    Den Rest dazu haben meine Vorredner schon treffend beschrieben…

  6. mutsch

    Ja sind die denn alle verrückt geworden. Endlich mal ne Partei, die uns aus dem Herzen spricht und dagegen votieren hier irgendwelche Gutmenschen (wie gut sind die eigentlich) und buxieren die Leute auf die Strasse. Pfui Teufel kann ich nur sagen.
    Mir ist die Partei sehr, sehr sympatisch.

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