Berlin sucht Partner für kostenloses WLAN-Netz

Pläne, ein stadtweites, kostenloses WLAN-Netz in Berlin anzubieten, gibt es schon seit Jahren. Nun aber wird das Vorhaben konkreter. Das Land Berlin befindet sich aktuell auf der Suche nach möglichen Partnern für die Errichtung eines solchen Netzes.

Foto: xingors / flickr.com

Der Regierungsvertrag der Koalition aus SPD und CDU sieht neben zahlreichen anderen Vorhaben auch die Errichtung eines kostenloses WLAN-Netzes vor (wir berichteten). Einen solchen Plan gab es bereits 2009, jedoch wurde dieser zum damaligen Zeitpunkt von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt abgelehnt. Die Begründung: Das Stadtbild würde verschandelt und öffentliche technische Installationen und Anlagen (wie etwa Ampeln) würden in ihrem Betrieb gestört werden. Eine damals von den Projektverantwortlichen in Auftrag gegebene Studie kam zwar zu einem gänzlich anderen Resultat, wonach keine nennenswerten Veränderungen durch das Projekt zu erwarten seien, dennoch wurde das Vorhaben bislang nicht umgesetzt.

Nun aber soll es soweit sein, und Berlin soll ein kostenloses Wireless-LAN-Netz bekommen. Zu diesem Zweck lädt der Berliner Senat kooperationswillige Unternehmen und Institutionen dazu ein, ihre Realisierungskonzepte und -ideen bis zum 30. Oktober einzubringen. Zunächst – so das vorläufige Konzept – „sollten zentrale Orte der Stadt, an denen sich die entsprechende Nachfrage verdichtet, im Vordergrund stehen (z.B. Orte mit hohem öffentlichem Verkehrsaufkommen oder mit hoher Aufenthaltsqualität)“, heißt es von Seiten der Senatskanzlei. „Dabei sind stufenweise Entwicklungen sowohl räumlich als auch konzeptionell denkbar: von Insellösungen zu Mesh-Netzen, von stark frequentierten Plätzen in zentraler Lage zu flächendeckender Versorgung im Bereich des S-Bahnringes, von öffentlichen Plätzen zu öffentlichen Funktionsräumen. Auf Anforderung des Landes Berlin wären einzelne sensible Orte (z.B. im Bereich von Haftanstalten) auszuklammern“, heißt es hierzu weiter.

Ein flächendeckender WLAN-Zugang innerhalb des S-Bahnrings scheint demnach das vorrangige Ziel zu sein. „Es ist denkbar, ein für alle zugängliches und kostenfreies Basisangebot mit erweiterten Nutzungen zu verbinden, die wie bei anderen Netzen kostenpflichtig sind“, heißt es in dem offiziellen Interessebekundungsschreiben der Senatskanzlei. Und weiter: „Unternehmen oder Institutionen, die an der Bereitstellung und am Betrieb eines WLAN-Angebots auf der beschriebenen Grundlage interessiert sind, werden gebeten, ihre Vorstellungen mit näheren Angaben zu Umfang und technischer Qualität ihres Angebots darzulegen.“

Bernard Bruck  (mit Bildmaterial von xingors / flickr.com)

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