Synthie-Legenden kommen nach Berlin | New Order am 21. Juni 2012 im Tempodrom

Keinen leichten Start hatten sie, als sie 1980 die Nachfolge der Band Joy Division antraten. Über 30 Jahre und viele Hochs und Tiefs später statten sie auf ihrer Europa-Tour auch Berlin einen Besuch ab.

© Warner Music

Die Anfänge der Band waren alles andere als einfach. Eigentlich schrieben sie gerade Musikgeschichte mit dem unverwechselbaren Sound der Band Joy Division, in der Gitarrist Bernard Sumner, Bassist Peter Hook und Schlagzeuger Stephen Morris zusammen mit dem Sänger Ian Curtis spielten. Als sich Curtis allerdings im Mai 1980 mit gerade einmal 23 Jahren einen Tag vor der geplanten Amerika-Tour erhing, fand die Band ein jähes Ende. Unter dem Namen New Order formatierten sie sich neu, mit Sumner als Sänger der Band und einem neuen Mitglied: Keyboarderin Gillian Gilbert. Sie blieben – aus Respekt dem verstorbenen Curtis gegenüber – ihrem Versprechen treu, nie wieder als Joy Divison eine Bühne zu betreten, wenn eins der Mitglieder die Band jemals verlassen sollte.

Das im Jahr 1981 veröffentlichte Debüt-Album „Movement“ war noch sehr vom Klang aus Joy-Division-Zeiten geprägt und enthielt viele Songs, die Curtis geschrieben hatte. Doch bald fanden New Order ihren eigenen Stil, irgendwo zwischen innovativem Synthiepop und altbekanntem britischen Indie-Sound. 1982 gelang ihnen mit „Temptation“ der erste Clubhit. Der große Durchbruch folgte 1983 mit „Blue Monday“. Noch immer gilt der Song als Pionierstück der elektronischen Musik und als Wegbereiter des Technos und ist bis heute die meistverkaufte Vinyl-Maxi-Single. Der von der Band zusammen mit Factory-Labelboss Tony Wilson gegründete Club Hacienda nahm ebenfalls einen großen Einfluss auf die Nachtszene im ganzen Land und hat die House- und Ravebewegung nachhaltig beeinflusst.

New Order live im Tempodrom

New Order live im Tempodrom

Es folgten weitere erfolgreiche Alben, wie „Brotherhood“ und „Technique“. Nach einer kurzen kreativen Pause veröffentlichten New Order das Album „Republic“, konnten damit aber nicht an die alten Erfolge anknüpfen, und so wurde es Anfang der Neunziger ruhig um New Order, und die Bandmitglieder widmeten sich Nebenprojekten, wie Peter Hook der Band Monaco oder Sänger Bernard Sumner Electronic. Doch im Jahr 2001 kam es zu einem Comeback mit dem Album „Get Ready“, welches von Kritikern und Fans sehr positiv aufgenommen und mit Lob überhäuft wurde. 2005 folgte „Waiting For The Sirens‘ Call“, welches nicht so erfolgreich war wie der Vorgänger, aber bei den Kritikern erneut auf große Resonanz stieß. Im Sommer 2007 gab Peter Hook in einem Telefoninterview das Ende von New Order bekannt, jedoch waren seine Bandkollegen ahnungslos und dementierten seine Aussagen. Man schloss daraus, dass Hook nicht weiter Mitglied von New Order sein wollte; die Band existierte dennoch weiter und kommt nun im Zuge ihrer Europa-Tour auch nach Deutschland. Den Part des Bassisten übernimmt seit 2011 Tom Chapman.

Am 21. Juni spielen New Order ein Konzert im Berliner Tempodrom. Tickets sind ab ca. 39€ an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich oder online, z.B. auf Worldticketshop.de.

Susanne Peter (mit Bildmaterial von Warner Music)

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