Der Klügere geht hin | Lange Nacht der Wissenschaften 2011 in Berlin und Potsdam

Bereits zum 11. Mal in Folge jährt sich die Lange Nacht der Wissenschaften in der deutschen Hauptstadt. Knapp 60 Shuttlebusse sollen die Besucher am Samstag, dem 28. Mai 2011, ab 16 Uhr zu knapp 70 wissenschaftlichen Einrichtungen in Berlin und Umgebung bringen.

Lange Nacht der Wissenschaften 2011

© Christian Hass / EPA Berlin

Mit mehr als 2.200 Programmangeboten, von denen etwa 850 erstmalig präsentiert werden, erwarten mehrere tausend Wissenschaftler die neugierigen Besucher.

Vielleicht geht es bei der Langen Nacht der Wissenschaften auch ein bisschen um Mengen und Zahlen, aber lassen wir die Quoten doch einmal kurz beiseite und schauen auf die inhaltlichen Aspekte der diesjährigen „klügsten Nacht des Jahres“: Auf verschiedenen Themenrouten erfahren Besucher Wissenswertes über Dauerbrenner-Themen wie Ernährung und Interkulturalität, über aktuelle Fragen im Bereich erneuerbare Energien und Naturkatastrophen, aber auch über allgemeine Schwerpunkte wie das Element Wasser, das dieses Jahr in all seinen Facetten beleuchtet wird.

In all seinen Facetten heißt beispielsweise, dass die Versuchshalle für Schiffstechnik der TU Berlin in ihrer Großversuchsanlage die Schleusen öffnet und zeigt, wie dort gigantische Wellen erzeugt werden. Das Stadtbad Neukölln hingegen öffnet seine Pforten für einen Schwimmbadrundgang und präsentiert anschließend in einer Unterwasseropernaufführung ein submarines Hörerlebnis der besonderen Art.

Wasser spielt indessen auch beim Thema „Naturkatastrophen“ eine Rolle. So informieren am Institut für Japanologie Experten und Augenzeugen über die jüngste Umweltkatastrophe in Japan, und das Deutsche GeoForschungsZentrum erklärt, wie das GITEWS-Tsunami-Frühwarnsystem funktioniert, das seit zwei Monaten in Indonesien eingesetzt wird. Aber nicht nur das! In Potsdam demonstriert das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in einer Computersimulation, wie sich der Klimawandel in rund 40 Jahren auf Wetter und Vegetation in Europa auswirken könnte; und der GeoCampus Lankwitz der FU Berlin simuliert mithilfe eines Kurbeltischs die Entstehung neuer Ozeane durch tektonische Plattenverschiebungen.

Mitmach-Experimente gibt es auch auf der Themenroute der „Erneuerbaren Energien“. Dort lädt u.a. das SOLON SE dazu ein, seinen persönlichen CO2-Verbrauch zu ermitteln oder ein eigenes Solarmodul zu basteln, das anschließend mit nach Hause zu genommen werden kann. Auf dem EUREF-Campus können Besucher Elektrofahrzeuge und Ladesäulen eigenhändig testen, und im Haus Grashof der Beuth Hochschule für Technik Berlin erfährt man, wie aus der Bewegung eines Kites elektrische Energie gewonnen wird.

Aufklärung findet auch im Max Delbrück Communications Center statt, allerdings zum Thema „Ernährung“. In der Atmungskammer des Klinischen Forschungszentrums kann man aus dem Sauerstoffverbrauch und der Kohlendioxidproduktion des eigenen Körpers seinen persönlichen Energieverbrauch sowie Kohlenhydrat- und Fettumsatz herausfinden. Am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie können Kinder und Erwachsene ihr eigenes Kräutersalz herstellen, und in Potsdam klärt das Haus der Chemie Eltern und Erzieher über die gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen auf.

Einblicke ins Thema „Interkulturalität“ gewährt am Samstag u.a. das Haus des Lernens der TU Berlin. Dort können Besucher der Frage nachgehen, ob Farben und Gerüche in anderen Kulturen anders wahrgenommen werden, und wie man sich als Tourist in einem fremden Land richtig verhält. In der HU Berlin erfährt man unterdessen, wie unterschiedlich in Ungarn und Deutschland geflucht, gelobt und geliebt wird, und warum die Finnen so gerne singen.

Diese und noch viele weitere spannende Fragen zu den unterschiedlichsten Themen werden anwesende Wissenschaftler am kommenden Samstag von 16 Uhr bis Mitternacht zu beantworten versuchen. Karten für die Lange Nacht der Wissenschaften kosten im Vorverkauf (bis einschließlich 27.05.) 11,- Euro (ermäßigt: 7,-), am 28.05. dann 13 Euro (ermäßigt: 9,-) und können an den Abendkassen der wissenschaftlichen Einrichtungen bzw. vorher in allen BVG-, ViP- und S-Bahn-Verkaufsstellen, den Filialen der MAZ-Ticketeria im Berliner Umland sowie in den Tourismusinformationen in Potsdam und am Brandenburger Tor erworben werden. Das Nahverkehrsticket ist bereits inklusive, und zusätzlich erhalten Besucher gratis das Lange-Nacht-Programmheft. iPhone-Besitzer können erstmals die kostenlose App benutzen, um sich in dem reichhaltigen Angebot zurechtzufinden. Bei kurzfristigen Fragen hilft die Lange-Nacht-Telefonhotline unter 030 – 28 49 38 47. Das komplette Programm kann unter http://www.langenachtderwissenschaften.de nachgeschlagen werden.

Veronika Streit (mit Bildmaterial von Christian Hass/EPA Berlin unter der Creative Commons 3.0 Lizenz)

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