Matthew McConaughey zog sich in Peru aus der Öffentlichkeit zurück. IMAGO/WENN Matthew McConaughey tauchte 22 Tage lang ab, ohne Strom, ohne Handy und ohne seinen Namen. So testete er, was von ihm bleibt, wenn der Ruhm weg ist.
Matthew McConaughey (56) ist niemand, der Krisen aussitzt. Als der Erfolg ihm zu Beginn seiner Karriere zu viel wurde, entschied er sich nicht für eine Klinik oder einen Wellnessurlaub, sondern für ein Leben im Off. Fast drei Wochen verbrachte er abgeschirmt in Peru, fern von jeder Infrastruktur, nur unter seinem Alias.
Matthew McConaughey „brauchte festen Boden unter den Füßen“
Über diese radikale Auszeit spricht der Oscarpreisträger im Podcast „No Magic Pill“ von Blake Mycoskie (49). „Ich brauchte festen Boden unter den Füßen“, erklärt McConaughey. „Also ging ich raus. Bumm. Ab nach Peru.“ Er beschreibt die Reise nicht als spontane Flucht, sondern als inneren Zwang, eine notwendige Korrektur.
Nach seinem Durchbruch in Hollywood begann er, sein eigenes Bild zu hinterfragen – nicht den Erfolg, aber die Echtheit dahinter. „Ich versuchte zu unterscheiden, welcher Teil echt ist und welcher Schwachsinn.“ In Peru wollte er herausfinden, wie viel vom Menschen Matthew bleibt, wenn die öffentliche Projektionsfläche verschwindet.
22 Tage lebt der Schauspieler abgeschirmt von allem in Peru
Die Anfangsphase in Peru erlebte McConaughey als harte Umstellung. Die ersten zwölf Tage seien „schräg“ gewesen, erzählt er – ein Entzug vom Dauerrauschen der Öffentlichkeit. Doch dann kippte etwas.
„Ich war jetzt lange genug dort, um zu denken: Ich könnte so leben. Das könnte meine Welt sein.“ In diesem Moment, so schildert er, erkannte er, dass er auch zurückgehen kann – weil er wieder weiß, wer er ist.
Entscheidend waren für ihn nicht nur die Einsamkeit, sondern die Begegnungen als Mateo. Er traf Menschen, die ihn nicht als Star wahrnahmen, sondern als Mann, der einfach auftauchte und blieb. „Ich brauchte Menschen, die mich als Mateo kannten“, sagt er. „Und am Ende der 22 Tage, mit den Tränen in ihren Augen und in meinen, beim Abschied – das alles basierte auf dem Mann, den sie als Mateo getroffen hatten. Das hat meine eigene Identität bestätigt: Ich hab’s noch. Das bin ich.”
Zweiter Aufbruch: Raus aus Hollywood, zurück nach Texas
Der Peru-Trip blieb nicht McConaugheys einzige Fluchtbewegung. Jahre später erlebte er eine andere Form der Einengung: Hollywood besetzte ihn fast nur noch in romantischen Komödien, nach Erfolgen wie „Wie werde ich ihn los? In 10 Tagen!“ und „Der Hochzeitsplaner“.
Er reagierte erneut mit einem Ortswechsel und verließ langfristig die Filmmetropole. Zusammen mit seiner Familie zog er nach Texas. Im Magazin „Interview“ schilderte er, wie „beängstigend“ dieser Schritt für ihn war – obwohl seine Laufbahn zu diesem Zeitpunkt auf dem Papier glänzend wirkte. Er rechnete damit, sich komplett neu erfinden zu müssen, etwa als Lehrer, Dirigent oder Wildführer.
Karriere-Kehrtwende: 14,5-Millionen-Dollar-Angebot abgelehnt
Den klarsten Schnitt mit seinem bisherigen Image vollzog McConaughey mit einer finanziell gewaltigen Absage. Er schlug ein Honorar von 14,5 Millionen Dollar für eine weitere romantische Komödie aus. „Das war wohl der rebellischste Schachzug, den ich je in Hollywood gemacht habe“, sagte McConaughey, „weil er das Signal sendete: Er blufft nicht.“
Die Branche reagierte. Der Schauspieler wurde neu wahrgenommen und begann eine Phase, die später unter dem Schlagwort „McConaissance“ kursierte – eine künstlerische Wiedergeburt mit anspruchsvollen Rollen. In Produktionen wie „Dallas Buyers Club“ und „True Detective“ setzte er sich neu fest und gewann schließlich den Oscar.