König Frederik X. und Ehefrau Königin Mary beim 80. Geburtstag von König Carl Gustaf von Schweden. Patrick van Katwijk / Kontributor via Getty Images König Frederik und Königin Mary stehen wegen einer Reise nach Stockholm in der Kritik. Während sie flogen, fuhr die königliche Yacht „Dannebrog“ ohne sie nach. x
Das dänische Königspaar gerät aktuell in die Schlagzeilen – und diesmal geht es nicht um Glamour, sondern um Klimapolitik. Grund ist eine umstrittene Reise nach Stockholm, bei der die royale Yacht „Dannebrog“ eine zentrale Rolle spielt.
Flug statt Schiff – und die Yacht fährt leer
Für die Feier zum 80. Geburtstag von König Carl Gustaf in Stockholm reisten König Frederik und Königin Mary aus Dänemark mit dem Flugzeug an. Währenddessen machte sich die dieselbetriebene königliche Yacht „Dannebrog“ ohne royale Passagiere auf den Weg dorthin. In Stockholm nutzten Mary und Frederik die Yacht anschließend als Unterkunft.
Genau diese Leerfahrt sorgt jetzt für Kritik von Klimaschützern in Dänemark, wie die schwedische Zeitung „Expressen“ berichtet.
Klimaschützer sprechen von falschem Signal
Die Organisation Global Green Future verweist darauf, dass die „Dannebrog“ innerhalb von nur sechs Monaten 156 Kubikmeter Diesel verbraucht haben soll – das entspreche rund 400 Tonnen CO2. Zur Einordnung: Das sei vergleichbar mit etwa 4750 Flügen nach Berlin.
Klimafachmann Kåre Press-Kristensen nennt den Vorgang laut“Expressen“ unter Berufung auf „Ekstrabladet“ „bedauerlich“. Vor allem, weil der König als Vorbildfigur gesehen werde. Besonders problematisch sei der sogenannte „Doppeltransport“ – also wenn gleichzeitig Flugzeug und Schiff genutzt würden und damit für eine einzige Reise gleich zwei klimaschädliche Verkehrsmittel eingesetzt werden.
Die königliche Yacht „Dannebrog“ hat in Dänemark eine lange Tradition: 1931 von Königin Alexandrine in Kopenhagen benannt und seit dem 26. Mai 1932 im Dienst, dient sie bis heute als schwimmende Residenz. Auf Sommerkreuzfahrten in heimischen Gewässern oder bei offiziellen Auslandsbesuchen ist sie das offizielle und zugleich private Zuhause des Königs und seiner Familie auf See.
Dänisches Königshaus verteidigt die Entscheidung
Der Palast wiederum versucht, die Wogen zu glätten. Aus Kreisen des Königshauses heißt es, die Fahrt der „Dannebrog“ sei vor allem Teil der Ausbildung neuer Wehrpflichtiger an Bord gewesen. Die Yacht habe bei der Reise von König Frederik und Mary also nicht nur als Repräsentationsmittel gedient, sondern habe auch eine funktionale Rolle gehabt.