Im Jahr 2026 übernimmt die ARD-Anstalt SWR die Verantwortung für den Eurovision Song Contest (ESC). Die Organisation des Vorentscheids, die Vorbereitung sowie die Live-Übertragung aus Wien stellen für den Sender eine beträchtliche finanzielle Herausforderung dar. In der Münchener Abendzeitung „AZ” hat der SWR nun spezifische Details zu seinen Einsparplänen veröffentlicht – betroffen ist auch Barbara Schöneberger (52).
ESC mit Sarah Engels hat Priorität
Seit dem 28. Februar ist klar: Sarah Engels (33) wird Deutschland beim ESC in Wien vertreten. Der SWR ist in diesem Jahr für den Vorentscheid und die Ausstrahlung aus Österreich verantwortlich. Bereits vor einigen Wochen wurde bekannt, dass der Sender an anderer Stelle Einsparungen vornehmen wird: Das Format „Verstehen Sie Spaß?” mit Barbara Schöneberger wird reduziert. Der Sender erklärt, welche Erwartungen er an diese Entscheidungen hat und wie sie intern aufgenommen wurden.
Barbara Schöneberger muss zurückstecken
Bereits im Februar 2026 hatte SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler im Branchenportal „DWDL” deutlich gemacht, dass der ESC nur mit Einschnitten realisierbar ist: „Uns war von Anfang an klar, dass wir die Federführung angesichts unserer finanziellen Situation nur durch Umschichtungen übernehmen können.” Daher wurden die Liveshows von „Verstehen Sie Spaß?” bereits 2025 von vier auf zwei Ausgaben pro Jahr reduziert.
Auf Nachfrage betont der SWR nun, dass diese dauerhafte Reduzierung nicht ausschließlich auf den ESC zurückzuführen sei. Vielmehr sei es Teil eines umfassenden „Strategieprozesses”: „Wir möchten zukünftig generell mehr in digitale Ausspielwege investieren, um ein jüngeres Publikum anzusprechen”, erläutert ein Sendersprecher. Intern habe es zu dieser Kurskorrektur einen breiten Konsens gegeben; von Konflikten im Haus sei nicht die Rede.
ESC 2026: Wie hoch sind die Kosten für den SWR?
Obwohl der SWR sein Budget unabhängig vom ESC neu strukturiert, ist die Verantwortung für den Wettbewerb mit erheblichen Kosten verbunden. Der Sender trägt jedoch nicht die gesamte Last allein, wie erläutert wird: „Grundsätzlich sind alle Aktivitäten rund um den ESC in Deutschland eine Gemeinschaftsproduktion unter Federführung des SWR, zusammen mit HR und BR.” Konkret bedeutet das für die Finanzierung: „50 Prozent der Gesamtkosten werden vom SWR getragen, der andere Teil kommt von den Partnern sowie der ARD-Gemeinschaft.”
Wie hoch die Gesamtkosten für Sarah Engels‘ Auftritt in Wien genau sind, bleibt unklar. „Zu detaillierten Kosten unserer Produktionen können wir aufgrund der Verschwiegenheitspflicht bei Verträgen mit Dritten keine Auskunft geben”, erklärt der Sender gegenüber der AZ. Ein Punkt wird jedoch konkretisiert: „Die ESC-Startgebühr für Deutschland liegt im mittleren sechsstelligen Bereich.”
Der SWR betrachtet diese Ausgabe als sinnvoll. Es wird weiter ausgeführt: „Der Gegenwert ist hoch, da die Übertragung des ESC-Finales und der beiden Halbfinale insgesamt rund acht Stunden für ein Millionenpublikum im Ersten, in ONE und der ARD Mediathek umfasst.”
Insgesamt bleibt der Kostenrahmen im Vergleich zum Vorjahr weitgehend konstant, erklärt der Sender abschließend: „Abgesehen von üblichen, vor allem inflationsbedingten Steigerungen.”
ESC-Finale hat enorme Reichweite bei Jüngeren
Beim ESC 2025 trat das Geschwister-Duo Abor & Tynna für Deutschland an und erreichte den 15. Platz. Im Ersten verfolgten im Durchschnitt rund neun Millionen Menschen das Finale. Besonders stark war die Quote in der jungen Zielgruppe: Bei den 14- bis 29-Jährigen lag der Marktanteil bei 78,8 Prozent (Das Erste und ONE).