Selbstzweifel und Träume: Victoria Swarovski über ihren ESC-Traum und die Herausforderungen der Perfektion

Christoph HardtVom Tanzparkett zum ESC: Victoria Swarovski wird am 16. Mai den Eurovision Song Contest moderieren. Damit erfüllt sich für die Kristall-Erbin ein großer Traum. Trotz ihres Erfolgs wird sie von Selbstzweifeln geplagt.

Statt dem traditionellen Weg im Familienunternehmen zu folgen, entschied sich Victoria Swarovski (32) früh, gegen den „glitzernden Strom“ zu schwimmen. Ihr Ziel ist heute größer denn je. „Ich wollte mich schon früh auf meine eigenen Beine stellen und unabhängig sein. Ich möchte mich auf niemanden verlassen müssen – mein eigener Chef sein und sehen, wie weit ich komme“, erklärt sie in einem Interview.

Sie scheut sich auch nicht, große Vergleiche zu ziehen: „Vielleicht klingt das übertrieben, aber mein Ansporn ist, vielleicht sogar mal größer zu sein als Swarovski!“ Angesichts eines Jahresumsatzes von zwei bis drei Milliarden Euro im Familienkonzern ist das eine ehrgeizige Herausforderung. Dennoch bleibt Victoria realistisch und warnt: „Auch eine Firma wie Swarovski kann es irgendwann nicht mehr geben.“

Victoria Swarovski: „Der Eurovision Song Contest ist ein Ritterschlag“

Ihr Weg zur Unabhängigkeit führt sie durch ein intensives Arbeitspensum, das sie an ihre Grenzen bringt. Aktuell steht sie mittwochs bis freitags für „Let’s Dance“ vor der Kamera, während sie den Rest der Woche in Wien für den Eurovision Song Contest (ESC) am 16. Mai probt. Dieser ist für sie ein „absoluter Lebenstraum“ und eine Bestätigung ihrer Disziplin: „Der Eurovision Song Contest ist definitiv ein Ritterschlag. So eine Chance bekommt man nicht geschenkt, die erarbeitet man sich.“

Der Stress hinterlässt jedoch Spuren. Kürzlich war sie an einem Punkt, an dem ihr alles zu viel wurde. Ihr aktuelles Rezept gegen den Burnout: „Deshalb schaue ich jetzt bewusst nicht allzu weit nach vorne in meinen Kalender, damit ich mich nicht verrückt mache.“

Victoria Swarovski spricht offen über Selbstzweifel

Trotz ihres Erfolgs kämpft die Österreicherin mit Selbstzweifeln, die sich nicht nur auf ihre Leistung, sondern auch auf ihren Körper beziehen. „Natürlich habe ich Selbstzweifel. Ich schaue in den Spiegel und denke, die Oberschenkel könnten ein bisschen straffer werden“, gesteht sie offen.

Ihr ausgeprägter Perfektionismus treibt sie dazu, immer mehr von sich zu verlangen als früher: „Dann schaust du auch bei deinem Körper ganz genau hin und sagst: Okay, jetzt wirst du halt noch mehr machen, als du vor zehn Jahren gemacht hast.“

Obwohl ihr Erfolg oft nur auf ihren Namen reduziert wird, lässt sie sich davon nicht beirren. „Natürlich gibt es immer wieder Stimmen, die mich auf meine Herkunft reduzieren. Aber ich sehe das gelassen. Am Ende zählt, was man selbst leistet“, so Swarovski. Immer wieder betont Victoria Swarovski, dass sie sich ihren Erfolg hart erarbeitet hat.