„Anton Corbijn Inside Out“ jetzt im Kino | Special Screening im Filmkunst66 am 21. April

Metallica, Björk, Herbert Grönemeyer, Depeche Mode, Joy Divison und U2. Die Liste der Fotografien und Musikvideos ist lang. Anton Corbijn, einer der einflussreichsten Künstler und Fotografen der letzten 30 Jahre steht nun selbst vor der Kamera. Der Dokumentarfilm „Anton Corbijn Inside Out“ zeigt das Leben des introvertierten Workaholics und ist seit heute in den Kinos.

Anton Corbijn Inside Out

www.facebook.com/AntonCorbijnInsideOut

Von Bühnenbildern zu Plattencovern, Musikvideos und Spielfilmen: Anton Corbijn, der niederländische Fotograf, prägte in den letzten drei Jahrzehnten mit seinen Filmen und Videos die komplette Musikwelt. Manchen Musikern schuf er so ein komplett neues Image. Er sagt, er liebt die Musik, was wohl auch dazu beitrug, die vielen Musikvideos zu drehen. Für das Video zu „Heart Shaped Box“ der US-amerikanischen Rockband Nirvana erhielt er 1994 sogar einen MTV-Award. Zu den Musikern von U2 und Depeche Mode unterhält er schon lange ein engeres Verhältnis. Ein Großteil der Depeche Mode-Videos, wie „Question of time“, „It’s no good“ und „Useless“ gehen auf sein Konto. Zudem filmte er schon mehrere Livekonzerte der Bands, kümmerte sich ums Bühnendesign und um diverse Albumcover. 2008 folgte dann auch sein Filmdebüt mit „Control“, der Verfilmung der Geschichte des ehemaligen Joy Division-Frontmans Ian Curtis, welcher sich 1980 das Leben nahm. Auch das Musikvideo zum Joy Division-Song „Athmosphere“ trägt seine Unterschrift.

Anton lässt sich von der Musik inspirieren und fühlt sich stark mit ihr verbunden: „Musik gab mir das Gefühl, nicht der Einzige zu sein, der so fühlt.“ Musiker dagegen sagen über ihn, er habe die selbe Leidenschaft wie sie – so, als wäre er selbst einmal in einer Band gewesen. Privat lebt Corbijn jedoch in seiner eigenen Welt, allein. Er zog damals weg aus der holländischen Provinz nach London. Der 56-Jährige hat keine Familie und bezeichnete sich schon immer als Einzelgänger. Fasziniert vom „schöpferischen Schmerz“, welcher sich unweigerlich in seinen Porträtaufnahmen (u.a. Clint Eastwood, Nicolas Cage, David Bowie) widerspiegelt, und absoluter Distanziertheit hält er sich am liebsten in der niederländischen Natur auf. Ansonsten lebt er in London in der Nachbarschaft von Herbert Grönemeyer. So entstand auch die Zusammenarbeit mit dem deutschen Musiker – etwa in dem Musikvideo „Mensch“. Probleme trägt Anton Corbijn aber lieber mit sich allein herum, reist von einem Filmdreh zur nächsten Ausstellungseröffnung, und die Kamera ist stets dabei. Heraus kommen dabei großartige Werke der Fotografie und Filmkunst. Digitalkameras meidet Corbijn jedoch konsequent, liebt dafür umso mehr Polaroidfotos.

Über 4 Jahre hat ihn die Dokumentarfilmerin Klaartje Quirijns, ebenfalls eine Holländerin, die nun in London lebt, bei seiner Arbeit begleitet. Auch sie ist seinen Bildern verfallen und portraitiert ihn in dem Dokumentarfilm „Inside Out“. Sie begleitete ihn zu Foto-Shootings mit U2, Metallica und Lou Reed und zeigt Corbijns Leben zwischen Ruhm und kühlem Alltag – und als Einzelgänger in beiden Welten.

Seit dem 19. April läuft der Film auch in den deutschen Kinos. Am 21. April findet im Filmkunst66 ein Special Screening in Anwesenheit von Anton Corbijn und Filmemacherin Klaartje Quirijns statt. Wer sich zusätzlich von seiner fotografischen Kunst überzeugen möchte, kann dies vom 21. April bis 2. Juni in der Ausstellung „Inwards and Onwards” in der Galerie Camera Work in der Kantstraße in Berlin tun.

Tina Schwabe (mit Bildmaterial von www.facebook.com/AntonCorbijnInsideOut)

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