Demo gegen Nazis in Schöneweide führte doch am ‚Henker‘ vorbei

Der gestrige Protestmarsch „Gegen organisierte Nazi-Strukturen in Schöneweide“, an der etwa 500 vorwiegend linke Demonstranten teilnahmen, führte letzten Endes doch an der berüchtigten Nazi-Kneipe „Zum Henker“ vorbei, welche an diesem Tag ihr dreijähriges Bestehen feierte.

Polizei © Robin Backes / pixelio.de

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Es war eine Entscheidung der letzten Sekunde: Nachdem den Protestteilnehmern zunächst von der Polizei untersagt worden war, auf ihrer Demonstration am „Henker“ in der Brückenstraße vorbeizuziehen , stimmte das Verwaltungsgericht der ursprünglich geplanten Route am Ende doch noch zu. Das Argument der Polizei, dass das Versammlungsrecht durch die geforderte Routenänderung nicht eingeschränkt werde, da die Teilnehmer immerhin in Sicht- und Hörweite der Kneipe demonstrieren konnten, ließ das Gericht nicht gelten.

So führte die Demonstration, um 18 Uhr am S-Bahnhof Schöneweide beginnend, schließlich doch noch an der Nazi-Kneipe „Zum Henker“ vorbei, in deren unmittelbarer Nähe auch der neue Vorsitzende des Berliner NPD-Landesverbands Sebastian Schmidtke wohnt. Die Demo verlief aber dennoch vergleichsweise ruhig. Es wurden lediglich ein paar Flaschen geworfen, und die Polizei nahm kurzfristig einige Demonstranten zur Feststellung ihrer Personalien fest.

Veronika Streit (mit Bildmaterial von Robin Backes / pixelio.de)

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