Südländische Soundspezialisten stürmen Berlin | Subsonica am 19.3. live im SO36!

„Velocità subsonica“ – das ist Italienisch und bedeutet Unterschallgeschwindigkeit. Übertragen auf Musik bezeichnet man mit „suoni subsonici“ aber auch Töne unterhalb der Hörgrenze. Fakt ist jedoch, dass die Turiner Band Subsonica erhört wurde – und das nicht nur in Italien, wo das Quintett bereits „rasende“ Erfolge feiert, sondern bald auch in Berlin. Am 19. März 2012 geben sie ihr Deutschland-Debüt im legendären SO36.

Samu & Max (Subsonica) © V. Streit

Samu & Max (Subsonica) © V. Streit

Es scheint als würden sie bald Überschallgeschwindigkeit erreichen: Ständig steigende Albumverkäufe und hoffnungslos ausverkaufte Konzerte zeigen, dass Subsonica in Italien das geschafft haben, wovon andere Bands noch träumen: Sie haben alternative Musik chartfähig gemacht, sind sich selbst und ihrem Musikstil aber dennoch treu geblieben.

Es lohnt sich, einen kurzen Blick auf eine der erfolgreichsten italienischen Gruppen der letzten 15 Jahre zu werfen: Hinter dem Bandpseudonym „Subsonica“ verbergen sich fünf weitere Künstler-Pseudonyme: C-Max, Samu, Boosta, Ninja und Vicio – eigentlich Massimiliano, Samuel, Davide, Enrico und Luca – fünf jung gebliebene Italiener zwischen 37 und 48, die sich ganz und gar der Musik verschrieben haben.

Boosta (Subsonica) © V. Streit

Boosta (Subsonica) © V. Streit

Ihr Musikstil ist schwer zu beschreiben. Sind sie eine Electropop-Band oder doch eher eine Elektro-Rockband? Machen sie Dance, Triphop, Drum’n’Bass, Ska, House oder alles zusammen? Eins ist jedenfalls sicher – ihre Musik ist einzigartig; und sie beweist, dass Italopop à la Ramazzotti längst ausgedient hat. Seit nun mehr 15 Jahren wird auf dem Stiefel gerockt und getanzt. Musik zu machen, „nel segno della groova“ (im Zeichen des Grooves), das ist das oberste Bandgebot.

Vicio (Subsonica) © Veronika Streit

Vicio (Subsonica) © Veronika Streit

Aber nicht nur das – Subsonica hängen so sehr an ihrer Heimatstadt Turin, dass sich diese Liebe in jedem einzelnen ihrer Songs widerspiegelt. Harmonisch und gleichzeitig kontrastierend sind ihre Lieder, in denen sie den Überwachungsstaat, Religionskriege, Klimawandel, Schönheits- und Medienwahn anprangern und von Einsamkeit, Außenseitertum, der Macht der Gewohnheit und nicht zuletzt von Turin und der Liebe singen. Die blechernen Sounds der Industriestadt klingen in jedem Stück mit, bekommen bei Subsonica jedoch eine wärmende Isolierung aus Menschlichkeit und Gefühl. Subsonica-Sänger Samuel betört dabei durch seine nasale, aber dennoch kräftige Stimme. Alle fünf sind in der linken Turiner Szene aufgewachsen, leben das, was sie singen. Ihre Konzerte kosten noch immer genauso viel wie am Anfang ihrer Karriere, als sie noch durch kleine Clubs tourten, und oft spielen sie auch völlig gratis – ob auf Festivals gegen rechts oder Protestveranstaltungen gegen Atomkraft, Sozialabbau und Zensur. Angesichts ihres unglaublichen Erfolges (mehrere Nummer-1-Alben, ausverkaufte Konzertsäle und unzählige Preise, darunter 2 mal der MTV-Award für die beste italienische Band) stellt sich die Frage, ob es nicht eh schon längst überfällig war, ihre Messages und Musik auch ins Ausland zu tragen.

Ninja (Subsonica) © V. Streit

Ninja (Subsonica) © V. Streit

Ein wenig Erfahrung abseits der italienischen Grenzen konnten Subsonica jedenfalls schon sammeln. So spielten sie bereits 2006 auf dem Eurosonic Festival in Groningen (Niederlande) und 2008 in London und Brüssel; 2009 folgten Auftritte in Spanien (Madrid und Barcelona) sowie ein Jahr später auf der Mainstage des Sziget-Festivals in Budapest (dem größten Musikfestival Europas). Letztes Jahr erfüllten sie sich dann endlich einen kleinen Traum, indem sie auch außerhalb Europa spielten: In den USA gaben sie drei Konzerte in New York, Los Angeles und Miami. Jetzt folgen im Rahmen der „Istantanee Tour“ sieben weitere Auslandskonzerte, das dritte davon in Berlin. Danach geht’s noch nach London, Paris, Barcelona und Madrid. Karten für das Konzert am 19.03.2012 im SO 36 (Oranienstraße 190) gibt’s bei www.trinitymusic.de oder am Konzertabend vor Ort. Kostenpunkt der Tickets: EUR 16,50 im VVK oder 20 Euro an der Abendkasse. Einlass ist um 19:30 Uhr, los geht’s um 20:30 Uhr.

Weitere Informationen zur Band sowie Hörproben sind auf www.subsonica.de (Deutsch) oder www.subsonica.it (Italienisch/Englisch) und auf der Seite des Konzertveranstalters TIJ EVENTS zu finden.

Veronika Streit

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