Testphase läuft | Am 3.6.2012 eröffnet der Flughafen Berlin Brandenburg

Nur noch knapp vier Monate, und dann wird er eröffnet – der neue Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt. Ab 3. Juni 2012 werden die Flughäfen Tegel und Schönefeld ihren Flugbetrieb einstellen und der gesamte Luftverkehr nur noch über einen einzigen Großflughafen erfolgen. Die Testphase läuft bereits auf Hochtouren.

BER - Flughafen Berlin Brandenburg

© ber.berlin-airport.de

Mittagspause am neuen Flughafen mit dem IATA-Kürzel BER. „Herr Stark mit seinem Haustier und Frau Schulze im Rollstuhl sind soeben mit Airberlin nach Oslo geflogen“, berichtet Flughafen-Testerin Katrin, eine von vielen Freiwilligen, die den neuen Berlin Brandenburg Airport auf Herz und Nieren prüfen, lachend. „Ich bin gespannt, wohin es mich nach der Pause mit easyJet verschlägt.“

Getestet werden sämtliche Vorgänge des Flughafenbetriebs – von der Ankunft über den Check-In und die Sicherheitskontrolle bis zum Boarding. Tatsächlich wird der Flughafen einer der modernsten weltweit sein. So soll es neben den vorerst 104 Check-In-Schaltern auch etwa 200 Automaten geben, an denen die Fluggäste nach Eingabe ihrer Buchungsnummer selbständig einchecken können. Die Bordkarten druckt der Automat aus, lange Warteschlangen am Check-In sind Schnee von gestern.

Auch die Anbindung an die Innenstadt wird um einiges besser werden. Wer mit dem eigenen PKW anreist, erreicht den Flughafen über die A113 und B96a; letztere ist inzwischen vierspurig ausgebaut worden. Doch auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist man schnell vor Ort. Die Fahrtzeit vom Hauptbahnhof zum Flughafen soll nur etwa 20 Minuten betragen. S-Bahnen (S9 und S45) werden im 10-Minuten-Takt verkehren, und zusätzlich soll viermal stündlich eine Expressverbindung zur Stadtbahn (RE7, RB14) bzw. zum Südkreuz und somit zur Nord-Süd-Linie (RE9) bestehen. Ergänzend stehen alle fünf Minuten Schnellbusse (X7, X11) für den Transfer nach Rudow (mit Anschluss an die U7) zur Verfügung. Wer aus Hamburg, Münster, Hannover oder aus Polen (Krakau) bzw. den Niederlanden (Amsterdam Schiphol Flughafen) anreist, kann auch die von der Deutschen Bahn angebotenen ICE-Direktverbindungen zum Flughafen Berlin Brandenburg nutzen. Aus Brandenburg und Potsdam ist der Flughafen mit Regionalzügen ebenfalls gut erreichbar. Die Bahnen sollen direkt unter dem sechsgeschossigen Terminal halten, wobei vier Gleise für den Fern- und zwei für den S-Bahn-Verkehr geplant sind. Aufzüge und Rolltreppen garantieren kurze Wege zum Check-In.

BER - Flughafen Berlin Brandenburg

© ber.berlin-airport.de

Natürlich lief der Flughafenbau nicht ganz ohne Probleme. Im Vorfeld hatten monatelang Anwohner gegen den zu erwartenden Fluglärm protestiert, nachdem die neuen Flugrouten bekannt gegeben worden waren. Die Demonstrationen haben laut Geschäftsführungssprecher Rainer Schwarz jedoch viel bewirkt, denn, so teilte er der WirtschaftsWoche mit: „Wir haben jetzt die Lösung, die am wenigsten Lärm produziert.“ Etwa 140 Millionen Euro werden die Schallschutzmaßnahmen für die vom Fluglärm betroffenen Anwohner den Flughafen kosten, und dank des Midfield-Airport-Konzepts wird auch der Bodenlärm größtenteils auf dem Airportgelände bleiben und kaum in die Umgebung dringen.

Veronika Streit (mit Bildmaterial von ber.berlin-airport.de)

1 comment

  1. Familie Wegner - Mahlow

    Stimmt doch gar nicht Herr Schwarz. Wir haben seit 2008 Fenster beantragt und nichts bekommen, wir wohnen in der Einflugschneise. Wir wissen nicht wo ihre 140 Millionen geblieben sind, können uns das aber vorstellen.
    Für die Anwohner tun sie offensichtlich gar nichts. Stattdessen haben wir Asthma bronchiale über die Jahre hinweg bekommen.

    Bauen sie den Flughafen in Sperenberg. Umsiedeln genehmigen sie uns auch nicht. Krank sind wir schon, die anderen werden es noch.

    Fam. Wegner – Mahlow.

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