Icon Club Berlin schließt Ende 2011

Das sogenannte Clubsterben in Berlin geht weiter. Nun hat der nächste im Bund den Kampf mit Vermieter, Anwohnern und/oder Behörden verloren und öffnet am 31. Dezember ein letztes Mal die Türen. Das Icon im Prenzlauer Berg schließt nun nach 15 Jahren Erfolgsgeschichte für immer seine Pforten.

© Andre Knoop / pixelio.de

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Icon beinahe schließen müssen. Anwohner des angrenzenden Neubaus hatten sich mehrfach über den Lärm am Eingang des beliebten und gut besuchten Nachtclubs beschwert. Kurzerhand entzog das zuständige Bezirksamt den Betreibern des Clubs die Genehmigung. Massive Proteste von Besuchern und Fans des Icons revidierten schließlich die Entscheidung und es konnte zunächst weiter zu Drum’n’Bass getanzt werden.

Bereits am Donnerstag war abzusehen, dass der Club im Prenzlauer Berg nun erneut vor dem Aus steht. Nachdem in den letzten Monaten und Jahren schon zahlreiche Clubs aus dem beliebten Stadtviertel verschwanden – einige fanden neue Standorte, der große Teil blieb bei der Suche aber erfolglos – schließt nun auch das Icon zum Jahresende. Die Silvesterparty am 31. Dezember wird die letzte sein. Betreiber Lars Döring äußerte sich dazu am Donnerstagvormittag: „Das ist für uns gerade ein sehr emotionaler Moment“,  musste er doch kurz zuvor das Ende des Clubs in einer Rundmail verkünden. Gegen die Entscheidung des Vermieters, den Vertrag nicht mehr zu verlängern (entgegen anders lautenden mündlichen Zusagen), sind er und seine Mitstreiterin Pamela Schobeß allerdings machtlos. Was oder wer hinter der nun bekannt gegebenen Zwangsschließung steckt, ist nicht genau bekannt. Alle Bemühungen, ein weiteres Gespräch oder aber eine Einigung zu finden, blieben erfolglos. Fans und Stammgäste sind erschüttert.

Was bleibt, ist ein Monat Zeit, das Icon noch in vollen Zügen zu genießen und endlich aktiv gegen das Clubsterben in Erscheinung zu treten – Einsatz für den Freiraum jedes Freigeistes, einen wichtigen Teil der Berliner Kultur und irgendwie auch das Image Berlins zu erhalten.

Weitere Informationen zur Schließung des Icon findet ihr unter www.iconberlin.de

Tina Schwabe (mit Bildmaterial von www.pixelio.de)

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