Union Berlin-Fans können ihr eigenes Stadion kaufen

Wieder einmal beweist der 1. FC Union Berlin, dass es sich bei den Eisernen nicht um einen x-beliebigen Fußball-Club im harten Profi-Geschäft handelt. Nachdem das Stadion zu großen Teilen von den eigenen Fans renoviert wurde, soll nun auch noch der Neubau der Haupttribüne auf ungewöhnliche Weise finanziert werden.

© Daniel Hannes / pixelio.de

Das Stadion an der Alten Försterei hat sich in den vergangenen Jahren zu einem waren Schmuckstück gemausert. Mit Hilfe zahlreicher Fans wurde in tausenden von Arbeitsstunden zwischen Juni 2008 und Juli 2009 ein fast komplett neues Stadion errichtet (Film-Doku „Eisern vereint“ über den Stadionumbau). Ganz bewusst hat man sich gegen den allgemeinen Trend für ein Stehplatzstadion zur Bewahrung der Fußballkultur entschieden. Die neue Haupttribüne – diese wird allerdings ausschließlich über Sitzplätze und V.I.P-Loungen verfügen – stellt das letzte Puzzle-Stück zur Vollendung des größten reinen Fußballstadions in Berlin dar.

Keine Hakle-Feucht-Arena
Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung stellte Union-Präsident Dirk Zingler am 13. November 2011 den mehr als 2.000 anwesenden Anhängern der Eisernen die Pläne für den Ausbau des Stadions an der Alten Försterei vor. Für die Finanzierung hat man sich etwas Außergewöhnliches einfallen lassen.

Unter dem Motto „Wir verkaufen unsere Seele. Aber nicht an jeden!“ bringt der 1. FC Union Stadion-Anteile unters Volk. Insgesamt 10.000 Anteilscheine stehen zum Verkauf. Auf diese Weise sollten fünf der kalkulierten 15 Millionen Euro für den Ausbau aufgetrieben werden. Mit Blick auf den Verkauf von Stadionnamen bei anderen Vereinen, machte Zingler deutlich, dass die Alte Försterei „nie die Hakle-Feucht-Arena sein“ werde.

Alte Försterei wird zum Volks-Stadion
Ganz billig wird der Spaß bzw. die Ehre, Stadionmitbesitzer zu sein, gewiss nicht. Je Anteilschein werden 500 Euro fällig. Voraussetzung für den Aktienkauf ist eine Mitgliedschaft beim 1. FC Union zum Stichtag 30. November. Seit Oktober schlossen sich bereits mehr als 500 neue Mitglieder dem Verein an – normalerweise treffen pro Monat etwa 100 Anträge ein. In der vergangenen Woche konnten die Eisernen das 8.000. Vereinsmitglied begrüßen. Es ist also anzunehmen, dass die Stadionbeteiligungs-Aktion ein voller Erfolg wird.

Wer sich bald Stadionbesitzer nennen will, muss sich noch ein wenig gedulden. Die Zeichnungsfrist der „Alte-Försterei-Aktie“ beginnt am 01. Dezember. Mitglieder und auch Sponsoren haben dann bis zum 31. Dezember 2011 die Möglichkeit, bis zu zehn Anteilscheine zu erwerben. 24 Prozent der „An der Alten Försterei“ Stadionbetriebs AG bleiben im Besitz des Vereins, der somit größter Einzelaktionär ist. Eine Fremdübernahme durch Investoren wird somit ausgeschlossen.

Auf der Homepage des Stadions an der Alten Försterei prangt bereits der Vermerk „Offizielle Eigenheimseite“.

Martin Schlereth (mit Bildmaterial von pixelio.de)

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