Papa ante Portas! Papst Benedikt XVI. kommt nach Berlin

Am Donnerstag, dem 22. September, startet der Papst seine Deutschland-Tournee 2011 mit einem Besuch in Berlin. Den Höhepunkt bildet dabei die Messe vor etwa 70.000 Gläubigen (?) im Berliner Olympiastadion. Doch erwarten den Pontifex bei der Visite in seinem Geburtsland nicht nur Jubel und Lobpreis.

© M.E./ pixelio.de

Stell dir vor, der Papst kommt, und keiner geht hin. Ganz so wird es sicherlich nicht kommen. Doch ist Berlin mit einem schwulen Bürgermeister und einer (noch) teilweise sozialistischen Regierung eine Metropole, die sich voller Stolz Toleranz und Offenheit auf die Fahne schreibt, wahrlich keine Hochburg der katholischen Kirche. Dennoch startet Papst Benedikt XVI. in Berlin seinen 4-tägigen Deutschlandbesuch.

Josef Ratzinger, so der bürgerliche Name des Papstes, kommt offiziell keineswegs auf Missionsreise nach Deutschland, um die vielen vom Glauben abgefallenen Schäflein zurück in den Schoß der Mutter Kirche zu holen. In erster Linie tritt der ehemalige Kardinal Ratzinger zu seinem ersten Staatsbesuch als politisches Oberhaupt des Vatikanstaates an. Nach seiner Ankunft auf dem Flughafen Tegel wird der Papst zunächst im Schloss Bellevue von Bundespräsident Christian Wulff empfangen. Nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geht es in den Bundestag, wo Benedikt XVI. eine Rede halten wird. Einige Abgeordnete haben bereits anklingen lassen, dass es Proteste gegen diese Rede geben könnte. Auf dem dichtgedrängten Terminplan stehen auch noch Treffen mit der jüdischen Gemeinde sowie dem Regierenden Bürgermeister Berlins. Am Abend schließlich wird der Papst von 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr eine Messe im Olympiastadion feiern. Hierzu werden 70.000 Besucher erwartet.

Auf der anderen Seite ist nicht jeder glücklich über den Papstbesuch. So startet um 16 Uhr am Potsdamer Platz eine Gegendemonstration unter dem Motto „Keine Macht den Dogmen“. Der Demonstrationszug führt über Ebertstraße, Hannah-Arendt-Straße, Französische Straße, Glinkastraße und Unter den Linden bis zum Bebelplatz. Dort findet eine Abschlusskundgebung statt, auf der unter anderem Techno-Ikone Marusha die Stimmung unter den Papst-Gegnern anheizen wird. Organisiert wird die Demo vom „Bündnis gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes“.  Ein herzliches Willkommen für den heiligen Vater sieht anders aus.

Martin Schlereth (mit Bildmaterial von pixelio.de)

 

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