50 Jahre Berliner Mauerbau

Am 13. August 1961 veränderte eine folgenreiche Entscheidung des damaligen DDR-Regimes das Zusammenleben – nicht nur in Deutschland. Am 15. Juni ’61 beteuerte der damalige Staatsratsvorsitzende der DDR, niemand habe „die Absicht, eine Mauer zu errichten“. Keine zwei Monate später wurde mit dem Bau derselben begonnen. Berlin gedenkt der Teilung vor 50 Jahren mit etlichen Veranstaltungen.

© Wolf Helmut J. / Deutsches Bundesarchiv

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Am 13. August blickt Berlin auf eins der traurigsten Ereignisse seiner Geschichte zurück. Am kommenden Samstag ist es genau 50 Jahre her, dass mit dem Bau der Mauer – der zementgewordenen Teilung Deutschlands in Ost und West – begonnen wurde. 28 Jahre lang sollte die als „antifaschistischer Schutzwall“ errichtete „befestigte Staatsgrenze“ die Menschen in rot und blau, in sozialistisch und kapitalistisch, in gut und böse aufteilen. Berlin, Hauptstadt der damaligen DDR, traf es besonders hart. In einer Nacht- und Nebelaktion wurde hier am frühen Sonntagmorgen des 13. August ’61 damit begonnen, die Sektorengrenze abzudichten, um der zunehmenden Republikflucht – welche nach  § 213 Absatz 1 StGB-DDR vom 12. Januar 1968 mit Freiheitsstrafe von bis zu 8 Jahren bestraft wurde – entgegenzutreten.

Zunächst mit Steinen, Stacheldraht und Ziegeln zusammengeschustert, entwickelte sich die Berliner Mauer mit der Zeit immer mehr zu einer damals modernen Befestigungsanlage aus meterhohen und tonnenschweren Stahlbetonsegmenten. Etliche Versuche, die Mauer – unter- wie überirdisch – zu umgehen, scheiterten. In einer aktuellen Dokumentation veröffentlichte das Haus am Checkpoint Charlie neue Erkenntnisse über die Anzahl der zu Tode Gekommenen. Insgesamt ist hier die Rede von 1.613 Personen, welche aufgrund des DDR-Grenzregimes ihr Leben – vor und nach dem Bau der Mauer – ließen. 528 Menschen sollen an der Berliner Grenze gestorben sein, 671 an der innerdeutschen Grenze und weitere 187 beim Fluchtversuch über die Ostsee. Wieviele Menschen allerdings tatsächlich durch die Teilung Deutschlands ums Leben kamen, wird wohl nie abschließend geklärt werden.

© Deutsches Bundesarchiv

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Überall in Berlin werden zum Gedenken an den folgenreichen Mauerbau am Samstag um 12 Uhr mittags in der gesamten Stadt die Kirchenglocken läuten. Um ein Zeichen gegen die innerdeutsche Teilung und für die Zusammengehörigkeit zu setzen, sollen die Menschen – nicht allein in Berlin – zu diesem Zeitpunkt innehalten; auch der öffentliche Nahverkehr soll kurzzeitig stoppen. Zahlreiche deutsche Städte und Gemeinden appellieren in Erklärungen daran, an der Gedenkminute „als Zeichen der Trauer um die vielen Opfer, die an der Mauer zu Tode kamen und zur Bekundung des Mitgefühls mit den Hinterbliebenen“ teilzunehmen. Auch der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit (SPD), setzt sich für eine rege Teilnahme an der Gedenkzeremonie zum Tag des Mauerbaus ein. „Man kann damit ein Zeichen setzen für Demokratie und Freiheit und ein Zeichen des Gedenkens“, so Wowereit in einer Mitteilung.

© Jotquadrat / wikipedia.org

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Gemeinsam mit dem Bundespräsidenten Christian Wulff sowie Bundeskanzlerin Merkel wird Klaus Wowereit am 50. Jahrestag des Mauerbaus an der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße – dort, wo der Bereitsschaftspolizist Conrad Schumann mit seinem legendären Sprung über die Grenze Geschichte schrieb – an der zentralen Gedenkfeier zum Mauerbau teilnehmen.

 

 

Bernard Bruck (mit Bildmaterial von wikipedia.org sowie dem Deutschen Bundesarchiv)

 

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