Entschärfung einer Fliegerbombe legt S-Bahnverkehr in Berlin-Köpenick lahm

Ein 250 Kilogramm schwerer Blindgänger wurde am Mittwochnachmittag bei Bauarbeiten in der Thürnagel-/Ecke Borgmannstraße in Berlin-Köpenick gefunden. Die zuständigen Techniker des Landeskriminalamtes haben entschieden, dass die Fliegerbombe noch am Fundort entschärft werden muss. Es handelt sich wohl um eine Bombe mit einem Aufschlagzünder.

kein Zugverkehr

© Henrik G. Vogel / pixelio.de

Die Entschärfung der Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg führte heute früh im Bahn-Verkehr rund um den S-Bahnhof Köpenick und seiner Umgebung zu erheblichen Einschränkungen. Ab 9.45 Uhr fuhr keine S-Bahn mehr. Im Radius von 250 Metern um den Bombenfund wurden etwa 400 Einwohner evakuiert. Als Sammelstelle für die wartenden Bewohner wurde das Rathaus Köpenick genutzt. Offenbar waren auch zwei Seniorenheime und ein anliegendes Einkaufszentrum betroffen. Verschiedene Bus- und Straßenbahnlinien waren bereits ab 8.00 Uhr unterbrochen.

Zwischen den Bahnhöfen Wuhlheide und Hirschgarten fuhr die S-Bahn-Linie S 3 ab 9.45 Uhr nicht, wie die S-Bahn Berlin GmbH mitteilte. Als Ersatzverkehr wurden Busse eingesetzt. Der Regionalexpress RE 1 zwischen Erkner und Ostbahnhof wurde ebenfalls durch Schienenersatzverkehr ersetzt. Ab Mittag war die Gefahr vorüber und die Einwohner konnten in ihre Häuser zurückkehren.

Bombenfunde gehören seit dem Zweiten Weltkrieg in Berlin und auch in anderen Städten Deutschlands immer noch zum Alltag und werden meist bei Bauarbeiten entdeckt. Größtenteils werden sie direkt am Fundort entschärft, abtranspotiert und anschließend fachmännisch vernichtet. Im Extremfall muss eine Fliegerbombe auch mal vor Ort gesprengt werden. Blindgänger, obwohl viele von ihnen schon jahrelang unter der Erde liegen, stellen auch heute noch immer eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Zünder und Sprengmasse sind in der Regel noch funktionstüchtig. Die Empfindlichkeit der Bomben kann im Alter noch zunehmen. Bei der Menge der auf Deutschland abgeworfenen Bomben im zweiten Weltkrieg wird man mit der Bergungs- und Entschärfungsarbeit noch jahrzehntelang beschäftigt sein. Am 1. Juni 2010 detonierte auf dem Schützenplatzgelände von Göttingen eine Fliegerbombe bei den Vorbereitungen zur Entschärfung. Drei Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes kamen dabei zu Tode und weitere sechs Menschen wurden verletzt.

Tina Schwabe (mit Bildmaterial von pixelio.de)

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