Public Viewing oder Olympiastadion – Eröffnung der Frauenfußball-WM 2011 in Berlin

Am Samstag ist der WM-Pokal per Bahn in Berlin eingetroffen. Nun kann es endlich losgehen. Vom 26. Juni bis zum 17. Juli 2011 findet die Fußballweltmeisterschaft der Frauen zum ersten Mal in Deutschland statt. Der Anstoß für das Unternehmen Titelverteidigung fällt in Berlin.

Public Viewing WM 2011

Am Sonntag, dem 26. Juni 2011, beginnt die erste FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland. Auf der einen Seite formieren sich die, nennen wir sie vorsichtig Traditionalisten, welche Frauen nicht als zum Fußballspielen geeignet ansehen und diese  Meinung nur allzu gern mit jovialen Witzen unterstreichen. Auf der anderen Seite versuchen sich Printmedien, Fernsehen und allen voran DFB-Präsident Theo Zwanziger gegenseitig in Political Correctness hinsichtlich des Frauenfußballs zu übertrumpfen. Jeder ist bemüht herauszustellen, dass Frauen durchaus Fußball spielen könnten, die deutsche Damen-Nationalmannschaft in den letzten Jahren eh viel erfolgreicher als Ballack, Schweinsteiger & Co. gewesen wäre und überhaupt sollte man doch endlich die Vergleiche mit den männlichen Kollegen unterlassen. Fakt ist jedoch: dem Frauenfußball wird nach wie vor viel weniger Aufmerksamkeit seitens der Medien und vor allem auch der Fans zuteil. Dies soll sich nun zumindest ansatzweise mit der WM im eigenen Land ändern.

Mit Ariane Hingst, die ihre Karriere bei Hertha Zehlendorf und dem VfB Lichterfelde begonnen hat, steht auch eine gebürtige Berlinerin im WM-Kader von Bundestrainerin Silvia Neid. Und obwohl mit dem FFC Turbine Potsdam einer der erfolgreichsten und renommiertesten Frauenfußballclubs vor den Toren der Stadt beheimatet ist, findet neben dem Eröffnungsspiel im ausverkauften Olympiastadion keine weitere Partie in Berlin statt. Eine offizielle Fanmeile wie zur WM der Männer wird es auch nicht geben. Zudem wurde die ursprünglich für den 25. Juni geplante Eröffnungsfeier am Brandenburger Tor abgesagt.

Dennoch macht sich auch in Berlin eine aufkommende Frauen-WM-Begeisterung breit. Wie zu den Fußball-Großereignissen der Männer bieten zahlreiche Kneipen, Bars und Event-Locations Public-Viewings zur WM 2011 an. Der Rahmen für ein großes Fußballfest ist also abgesteckt. Auf geht’s, Mädels! Wir fiebern mit und wünschen uns ein neues Sommermärchen!

Public Viewing in Berlin

Charlottenburg
Schleusenkrug
Müller-Breslau-Straße, 10623 Berlin

Friedrichshain-Kreuzberg
Brachvogel Restaurant
Carl-Herz-Ufer 34, 10961 Berlin

Cassiopeia Freiluftkino Insel
Revaler Straße 99/ Tor II, 10245 Berlin

Kiki Blofeld
Köpenickerstraße 48/49, 10179 Berlin

Lido (11FREUNDINNEN WM-Quartier)
Cuvrystraße 7, 10997 Berlin

Mariannenbar Berlin
Mariannenstraße 6, 10997 Berlin

Willy-Kressmann-Stadion / Katzbachstadion (Discover Football 2011)
Dudenstraße 40-64, 10965 Berlin

Mitte
BundesPresseStrand
Kapelleufer 1, 10117 Berlin

CinemaxX Potsdamer Platz
Potsdamer Straße 5, 10785 Berlin

Cosmo Lounge
Ziegelstraße 28, 10117 Berlin

FC Magnet Bar
Veteranenstraße 26, 10119 Berlin

Play am Hauptbahnhof
Washingtonplatz 1, 10557 Berlin

Neukölln
Brauhaus Südstern
Hasenheide 69, 10967 Berlin

Gasthaus Valenting am Südstern
Hasenheide 49, 10967 Berlin

Prenzlauer Berg
Alois S.
Senefelderstraße 18, 10437 Berlin

frannz (Kulturbrauerei)
Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin

Mädcheninternat
Prenzlauer Allee 246, 10405 Berlin

Schwalbe
Stargarder Straße 10, 10437 Berlin

Sportslounge Berlin
Milastraße 5, 10437 Berlin

Reinickendorf
Dalldorfer Wirtschaft
Eichhorster Weg 93-95, 13435 Berlin

Steglitz
Rotter Sport Restaurant im Stadion Lichterfelde
Ostpreußendamm 3-17, 12207 Berlin

Treptow
Insel Berlin
Alt-Treptow 6, 12435 Berlin

Wedding
Eschenbräu
Triftstraße 67, 13353 Berlin

Martin Schlereth

1 comment

  1. Erich Lienhart

    Meine Freunde über dem großen Teich finden es amüsant und respektlos zugleich, daß wir die Übertragung von Großereignissen auf Großbildleinwänden als Public Viewing ( öffentliche Leichenschau ) feiern. Erfreulich, daß die Verballhornung nicht auf Dauer sein muß: Nachdem selbst die Redakteure des Hörfunksenders 1live ( Westdeutscher Rundfunk ) der unsinnigen Anglizismen überdrüssig waren, schritten sie zur Tat. 2008 riefen sie ihre Hörer auf, für Public Viewing einen deutschen Begriff zu finden. Aus einer Vielzahl von interessanten Vorschlägen machte die Wortschöpfung „ Rudelgucken“ von Kirstin Schieß aus Alfter das Rennen. Auch im Nachhinein findet sie ihren Beitrag noch immer großartig: „ Das Wort drückt ein Zusammengehörigkeitsgefühl aus, bezeichnet die Tätigkeit, die die Menschen ausüben und es klingt einfach süß.“
    Selbst die obersten deutschen Sprachhüter vom Duden waren begeistert: „Das Wort wird ab sofort im Deutschen Universalwörterbuch und bei Duden online geführt“, sagt Dr. Werner Scholze – Stubenrecht, Leiter der Duden – Redaktion. Das Wort hat laut Scholze – Stubenrecht eine lockere Art und entspricht der Sprache des Alltags: „Alle anderen Eindeutschungsversuche hatten bisher keinen messbaren Erfolg“.
    Mag der Begriff vielleicht noch ungewohnt über die Lippen kommen oder zum Schmunzeln verleiten : Nur Mut (liebe Redakteure ) zum Wort Rudelgucken, bei welchem es aber nicht bleiben muß, wenn uns mit dem regionalen Spürsinn noch Besseres einfällt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Erich Lienhart

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