Mauerbau am Tacheles sorgt für Empörung bei Berlinern

Es klingt wie blanker Hohn. Binnen weniger Stunden haben Bauarbeiter am gestrigen 12. April eine Mauer errichtet, welche die geräumte Hälfte des Kunsthauses Tacheles nun von der immer noch besetzten abgrenzt. Eine Trennung in Ost und West mitten in Berlin-Mitte.

© Cornelia Grünke / pixelio.de

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„Soll das die Lösung sein?“ steht auf einem der kurzfristig erstellten Transparente, welche aktuell die Oranienburger Straße säumen. Die Frage ist berechtigt.

Während das Schicksal des beliebten und über die Landesgrenzen hinaus bekannten Kunsthauses Tacheles immer noch in der Luft hängt, wurde am gestrigen 12. April damit begonnen, eine Mauer zu errichten, welche Künstler wie Besucher an einer Begehung des Grundstückes hinter dem eigentlichen Kunsthaus hindern soll.

Die Mauer muss weg!
Martin Reiter, Wortführer der im Kunsthaus verbliebenen Künstler, berichtete, von Seiten des Insolvenzverwalters sei noch vor kurzem mitgeteilt worden, an einen Mauerbau sei nicht zu denken. Ob das stimmt oder ob es sich hierbei nur um eine polarisierende Anlehnung an die historische Aussage Walter Ulbrichts kurz vor dem Bau der Berliner Mauer im Jahre 1961 handelt, ist derweil nicht bekannt.

Am 5. April jedenfalls wurde die Hälfte des Grundstücks mit Zapata, Strandbar, Biotop und Kino von Seiten des ehemaligen Mitstreiters Reiters, Ludwig Eben, gegen Erhalt eines Auszugsgeldes in Höhe von einer Million EUR aufgegeben. Unmittelbar nachdem die Räumlichkeiten übergeben und das Grundstück geräumt war, grenzten Handwerker die umkämpften Grundstücke mittels Bauzäunen voneinander ab (wir berichteten).

„Die Mauer muss weg!“ – so Martin Reiter. Mit dieser Forderung steht er wahrlich nicht allein da. Bereits kurz nachdem der Mauerbau am Tacheles bekannt wurde, entzürnten sich etliche Menschen vor allem im Netz über die Abgrenzung des Areals durch eine Mauer. Eine Trennung in Ost und West – mitten in Berlin-Mitte. Der Widerstand ist vorprogrammiert.

Bernard Bruck (mit Bildmaterial von pixelio.de)

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