Geldsegen lässt Tacheles-Teilbetreiber einknicken

Am Dienstag verließ eine der am Kunsthaus Tacheles beteiligten Parteien die Räumlichkeiten. Nach eigenen Angaben erhielt sie hierfür eine Abfindung von einer Million Euro. Die Räumung sorgt nicht nur in der Kunstszene für Kopfschütteln.

© hauptstadtstudio.com
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Das Café Zapata, das Biotop und weitere Teile des eigentlich „umkämpften“ und gestern noch zur Zwangsvollstreckung ausgeschriebenen Areals an der Oranienburger Straße, all das ist am heutigen Dienstag ohne jedweden Protest an „einen Investor“ übergeben worden. Im Gegenzug erhielt die Gruppe rund um den „Zapata“-Betreiber Ludwig Eben nach diversen Medienberichten ein „Auszugsgeld“ in Höhe von einer Million Euro.

 

Auf der Seite des Künstlerkollektivs findet sich die Bestätigung dieser überraschenden Meldung als Antwort auf eine User-Anfrage. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich hier um eine von mehreren Tacheles-Seiten handelt und von der freiwilligen Räumung nur ein Teil des gesamten Areals betroffen ist.

© tacheles.info
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Der Protest der vergangenen Wochen, Monate und Jahre, er scheint gegen Geld schnell beigelegt zu sein. Die Räumlichkeiten und Freiflächen wurden zum Teil „geräumt“ übergeben. Unmittelbar danach wurde der Teil des Areals mit Bar, Bühne und Biotop von den Ateliers im Hof mittels Bauzäunen abgetrennt.

Die übriggebliebenen Künstlergruppen überrascht die Aktion nur bedingt. Von deren Seiten bleibt man dabei: Das Tacheles, welches mittlerweile eine feste kulturelle Installation ist, wird nicht aufgegeben. Nachdem die HSH Nordbank die Zwangsversteigerung am gestrigen Montag per Fax kurzfristig hat aussetzen lassen, richtete Martin Reiter, Wortführer der übrigen Künstlerinitiativen, den Appell an die politischen Verantwortlichen. Ein Kauf des Areals in bester Mitte-Lage durch das Land Berlin bleibt allerdingsausgeschlossen.

Bernard Bruck

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