Zehntausende bei Anti-Atom-Demonstration in Berlin

Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten! Unter diesem Motto gingen am Samstag, 26. März  in den vier größten Städten Deutschlands hundertausende auf die Straße, um für das Ende der Kernkraft zu protestieren. So auch in Berlin…

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Fukushima ist weit weg. Doch haben die explodierenden Reaktoren im fernen Japan auch der Anti-Atom-Bewegung in Deutschland neuen Auftrieb gegeben. In Hamburg, Köln und München gingen jeweils zehntausende Demonstranten auf die Straße. In Berlin sprachen die Veranstalter sogar von 90.000 bis 120.000 Teilnehmern. Der Umzug ging von der Potsdamer Straße über Reichpietschufer und Großen Stern auf die Straße des 17. Juni, wo die große Schlusskundgebung stattfand.

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„Verfilzt und zugenäht“
Zu Beginn der Kundgebung stand eine Schweigeminute im Gedenken an die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Japan. Die darauf folgenden Redebeiträge zielten darauf ab, den Ruf nach einer Abschaltung aller Atomkraftwerke bis ins naheliegende Regierungsviertel zu tragen. Redner und Demonstranten waren sich darin einig, dass Atomkraft keineswegs als Brückentechnologie auf dem Weg zur Energiewende angesehen werden kann. Diese Brücke sei spätestens mit dem Unglück in Fukushima eingestürzt. Niemand braucht ein Moratorium oder eine Ethikkommission, da niemand die Risiken einer solchen nuklearen Katastrophe verantworten könne. Vielmehr sei die Zeit reif für einen endgülten Ausstieg aus der Atomkraft und ein klares Ja zu regenerativen Energien. Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer kritisierte in diesem Zusammenhang, die Angstmache der Atom-Lobby, dass ein Ausstieg Arbeitsplätze in Deutschland gefährden würde. Ganz im Gegenteil: auf dem Sektor der erneuerbaren Energien bestehen große Wachstumchancen für den Arbeitsmarkt. In die gleiche Kerbe schlug auch der ehemalige TV-Journalist und Buchautor Franz Alt, welcher selbst im Streit um die Nutzung der Kernenergie aus der CDU ausgetreten war. Zudem wies er darauf hin, dass bereits zahlreiche Städte und Kommunen den Energiewandel vollzogen hätten und inzwischen ihren gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Ressourcen beziehen.

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„Sie haben uns… ein Kraftwerk gebaut“
Unterstützung erhielten die Redner von künstlerischer Seite durch Kleingeldprinzessin, Mono&Nikitaman sowie  Wir sind Helden. Helden-Frontfrau Judith Holofernes fühlte sich ob der kurzfristigen Teilnahme an der Veranstaltung „wie vom Castor überrollt“. Ihre Haltung zur Abschaltung aller AKWs unterstrichen die Helden schließlich mit ihrer berühmten Textzeile „Hol den Vorschlaghammer“, was natürlich nicht ganz wörtlich genommen werden sollte.

Martin Schlereth

3 comments

  1. Nichtraucher

    Sie haben Angst vor der Atomkraft, weil sie sie nicht verstehen.

    Richtig ist, dass die Nutzunge der Atomkraft nicht ungefährlich ist. Um die allerdings objektiv zu beurteilen, muss man diese Gefahren mit anderen Risiken vergleichen, die wir ohne weiteres akzeptieren. Z.B. sterben jedes Jahr alleine in Deutschland 40.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. 20.000 kommen jährlich in Deutschland durch Unfälle ums Leben. Weltweit kommen jedes Jahr über eine Million Menschen durch ganz normale Unfälle ums Leben. Das Leben ist nun einmal nicht ungefährlich!

    Außerdem sollte man sich auch einmal die Hungertoten vor Augen führen, die als Folge des Klimawandels erwartet werden – jeder weiß, dass Atomkraft in Bezug auf CO2-Ausstoß eine saubere Energiequelle ist.

    • erdbeerlimes2910

      Deine Antwort kann man so auch nicht akzeptieren!C02 ist natürlich auch keine Lösung für unsere Umwelt, aber dennoch ist es generel ungefährlicher als Atomkraft.Die Atomkraft ist die gefährlichste Massenvernichtungswaffe neben den Biochemischen Waffen.Es kann nicht sein das es im Interesse anderer Menschen ist wegen Energie ein so hoches Risiko des Sterbens auf sich zu nehmen.Für mich gibt es kein Argument das Beführworten würde weiterhin AKWs am Netz zu lassen.Erneuerbare Energien können nur die Zukunft sein,natürlich brauchen wir weiterhin bis zur endgültigen Ersetzung durch erneuerbare Energien die Unterstützung durch Kohlekarftwerke,diese müssen dann aber langfristig bis spätestens 2020 abgeschaltet werden.Der Apell an alle Menschen:“Schütz unsere Umwelt,und unsere Kinder,den diese müssen noch länger auf diesem Planeten leben!“

  2. Atomkraft ist lebensgefährlich – und das in einem viel größeren Ausmaß als Autounfälle etc.! Das lässt sich gar nicht vergleichen! Nach einem Atom-GAU ist die Erde Jahrzehnte lang verseucht, Städte werden unbenutzbar und zu „Geisterstädten“, Pflanzen und Tiere – und Menschen – erleiden Mutationen (Tannen mit mehreren Baumkronen, Waldtiere mit 6 Beinen…) Das lässt sich nicht beschreiben… (vgl. Tschernobyl; hat es denn wirklich auch noch FUKUSHIMA gebraucht???!!!)

    Zu dem „Argument“, dass der Ökostrom nicht ausreichen würde, welches hin und wieder durch die Medien geistert: Und ob er ausreicht! Wer braucht schon die unzähligen Leuchtreklamen, die nur die Stadt verunstalten (nicht etwa dekorieren), beleuchtete und rotierende Litfaßsäulen, Stromschockfolter (das ist kein Witz!)…

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