Iranischer Film Abräumer des Abends auf der Bären-Verleihung

Im Rahmen der 61. Berlinale sind am Samstagabend im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz wieder die goldenen und silbernen Bären verliehen worden. Der herausragende iranische Film von Asgahr Farhadi „Jodaeiye Nader az Simin“ (engl. „Nader and Simin, A Seperation“) erhielt gleich drei Bären.

Asghar Farhadi at the Viennale 2009

© Tsui | Wikipedia.org

Bereits im Jahr 2009 erhielt Farhadi einen silbernen Bären für sein Drama „Darbereye Elly“, ein Film aus dem Leben der iranischen Mittelschicht und dessen Ungleichheit und Doppelmoral. Eine Welt in der Frauen immer noch als Menschen zweiter Klasse gelten.

Auch in seinem aktuellen filmischen Werk handelt es sich wieder um ein realitätsnahes Psychogramm aus dem Leben einer iranischen Familie, welche Teheran und somit auch ihrem Heimatland Iran den Rücken kehren will um sich und vor allem ihrer Tochter Termeh ein besseres Leben zu ermöglichen. Schließlich entscheidet sich Simin (Leila Hatami) sich von ihrem Mann Nader (Peiman Moadi) zu trennen, da dieser sich – nachdem bereits alle nötigen Vorbereitungen getroffen waren – nun doch entschieden hat die Reise abzusagen um seinen an Alzheimer erkrankten Vater nicht im Stich zu lassen. Simin ist von ihrem Mann schwer enttäuscht, reicht die Scheidung ein und kehrt zu ihren Eltern zurück. Während sich die elfjährige Tochter entschließt beim Vater zu Leben.

Nader, nun hilflos und überfordert, kommt mit der neuen Situation nur schwer zurecht und stellt die junge und schwangere Razieh (Sareh Bayat) als Pflegerin ihres Vaters ein. Auch diese ist mit der Pflege überfordert und gerät zudem mit ihrem Glauben in Konflikt als sie den alten inkontinenten Mann waschen soll. Zudem weiß ihr strenger und arbeitsloser Ehemanns Hodjat (Shahab Hosseini) nicht von der Anstellung seiner Frau, der nach iranischem Brauch eigentlich seine Zustimmung geben müsste. Streitigkeiten sind vorprogrammiert und als eines Tages der Vater verunglückt nimmt das Schicksal seinen Lauf. Ein Film geprägt vom Zwiespalt zwischen Tradition und Moderne.

Als wäre die Kunst des Filmemachers mit einem goldenen Bären nicht genug, erhielten die weiblichen und männlichen Darsteller auch einen silbernen Bären in der Kategorie Beste Darstellerin und Bester Darsteller und waren somit die großen Gewinner des Abends.

Tina Schwabe (mit Bildmaterial von wikipedia.org)

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