Spanien holt den WM-Titel, Deutschland die goldene Ananas und viele Sympathien

Der Traum vom 4. Stern war nach der Halbfinalniederlage gegen Spanien ausgeträumt. Mit einem 3:2 Sieg gegen Uruguay sicherte sich die Deutsche Mannschaft zumindest noch Platz 3. Der Titel geht dieses Jahr indes nach Spanien.

Die FIFA Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika ist Geschichte. Auch wenn es nicht zum Titel reichte, so spielte die Deutsche Elf vielleicht den besten, auf alle Fälle jedoch den attraktivsten und spektakulärsten Fußball der WM. Vor den Augen des frisch gewählten Bundespräsidenten Christian Wulff kam das DFB-Team zum Abschluss zu einem 3:2 Erfolg gegen Uruguay und sicherte sich somit Platz 3. Der Neu-Berliner Wulff war wohl so begeistert, dass er als eine seiner ersten Amtshandlungen auf der DFB-Pressekonferenz am Sonntag bekannt gab, Bundestrainer Jogi Löw mit dem Bundesverdienstkreuz, der höchsten Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland für Dienste am Gemeinwohl, auszeichnen zu wollen. Für die Mannschaft gibt es zudem das Silberne Lorbeerblatt, die höchste Auszeichnung für Sportler.

Die Luft ist raus, aber heiß
Bei den Fans war der Schock und die Enttäuschung nach der Halbfinalniederlage wohl noch zu groß, als dass der 3. Platz einen Trost hätte darstellen können. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Spielen der DFB-Elf zog es zum Spiel gegen Uruguay nicht mehr so viele Fans auf die Fanmeile oder zu den anderen Public-Viewing-Veranstaltungen. So kamen am Samstag etwa 200.000 Zuschauer auf die Fanmeile, bei den Spielen zuvor waren es noch um die 350.000 Fans gewesen. Einen Anteil dürften auch das tropische Wetter gespielt haben. Selbst am Abend lagen die Temperaturen noch über 30 Grad.

Müller mit Auszeichnungen überhäuft
Wer der Hitze trotze, konnte ein aufregendes Spiel bestaunen, an dem Stürmer Miroslav Klose allerdings verletzungsbedingt  nicht teilnehmen konnte. Ein eingeklemmeter Ischiasnerv hinderte ihn daran, seinen fünften Turniertreffer zu erzielen und damit den Torrekord des Brasilianers Ronaldo mit insgesamt 15 Treffern einzustellen. Mehr Grund zur Freude hat hingegen Shooting-Star Thomas Müller, der nicht nur zum „Man of the Match“ gewählt wurde, sondern auch den 1:0 Führungstreffer erzielte. Somit kommt er wie der Spanier David Villa, der Niederländer Wesley Sneijder und Diego Forlan aus Uruguay auf fünf Turniertreffer. Da Müller jedoch aus diesem Quartett der Spieler mit den meisten Torvorlagen ist, darf er sich über den „Goldenen Schuh“ für den WM-Torschützenkönig freuen. Er ist damit Nachfolger von Miroslav Klose. Auch bei der Wahl zum besten Nachwuchsspieler folgt Müller auf einen Mannschaftskollegen. Vor vier Jahren gewann Lukas Podolski diese Auszeichnung im eigenen Land. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Titel mit der Mannschaft. Den holte sich übrigens Spanien durch ein 1:0 – schon wieder – gegen die Niederlande.  Auf ein neues in vier Jahren! Dann holen wir uns den vierten Stern eben in Brasilien!

Martin Schlereth

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