Karneval der Kulturen feiert das internationale und weltoffene Berlin

„Multikulti ist gescheitert“, das zumindest behauptete vor Jahren Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky. Doch gegenwärtig wird auf den Straßen Berlins wieder der Gegenbeweis angetreten. Vom 21. bis zum 24. Mai findet der 15. Karneval der Kulturen statt – ein Fest der Vielfalt, des Miteinander und der Toleranz.

© Daniela Incoronato

Seit nunmehr 15 Jahren ist der Karneval der Kulturen ein fester Bestandteil des Berliner Veranstaltungskalender.s Vorbild war der berühmte Notting Hill Carnival in London, doch längst ist das Berliner Pendant mehr als ein bloßer Abklatsch. Berlin wurde und wird durch zahlreiche Ethnien, Sprachen und Religionen aus aller Herren Länder beeinflusst und hat sich besonders in den letzten zwei Jahrzehnten zu einer Weltmetropole entwickelt. Gerade auch dies macht den besonderen Reiz und die Anziehungskraft der Stadt aus. Grund genug, die Internationalität Berlins in einem riesigen bunten Straßenfest zu feiern. In den Augen der Initiatoren des Karnevals kommt Berlin, als Stadt mit der höchsten Ausländerzahl (ca. 450.000) in Deutschland, die Rolle einer „Integrationswerkstatt“ zu.

© Frank Löhmer

Bei der ersten Ausgabe des Berliner Straßenkarnevals im Jahr 1996 feierten etwa 50.000 Menschen mit. In der Folgezeit stieg die Besucherzahl rasch über die Millionengrenze an. Zu Pfingsten 2009 zählte der Umzug etwa 4.700 Teilnehmer. Weitere 900 Künstler traten beim Straßenfest auf. Umzug und Straßenfest begeisterte dabei insgesamt beinahe 1,5 Millionen Besucher. Auch dieses Jahr werden es sich viele Berliner und Berlin-Besucher nicht nehmen lassen, am bunten Treiben teilzunehmen.

Berliner Allerlei

Von Anfang an bildete der große Straßenumzug am Pfingstsonntag durch Neukölln und Kreuzberg mit bunten Kostümen, Tanz und Musik aus aller Welt den Höhepunkt des Festes. Der Straßenumzug  wird um 12 Uhr am Anfang der Urbanstraße mit einer afro-brasilianischen Zeremonie eingeleitet. Start des Umzuges ist schließlich um 12.30 Uhr am Hermannplatz. Von dort aus geht es über die Hasenheide und Gneisenaustraße zur Yorckstraße (Umzugskarte). Voraussichtlich gegen 21.30 Uhr wird der Umzug an der Yorckstraße/Ecke Möckernstraße zu Ende gehen.

© Daniela Incoronato

Das Straßenfest auf dem und um den Blücherplatz herum begann am gestern Nachmittag und dauert bis zum Montagabend. Das lange Wochenende wird bis zum Schluss genutzt. Auf dem Straßenfest bietet sich dem Besucher die Möglichkeit, fremde Kulturen auf vielerlei, äußerst sinnliche Arten zu erfahren. Neben Musik, Tanz und Kunsthandwerk gilt es vor allem die kulinarische Vielfalt zu erkunden. Das musikalische Programm des Straßenfestes verteilt sich in erster Linie auf 4 Bühnen: Für die Freunde lateinamerikanischer Musik bietet sich die Latinauta an. Auf der Bazaár Berlin-Bühne gibt es einen musikalischen Mix aus Orient und Okzident gewürzt mit Klängen aus aller Welt zu bestaunen. Die Eurasia-Bühne steht ganz im Zeichen von Rhythmus und Tanz. Von Balkan-Ska über Bluegrass bis Flamenco, von skandinavischen Klängen bis zur Blasmusik wird hier alles geboten. Wem der Sinn mehr nach afrikanischen Klängen steht, der ist an der Farafina-Bühne richtig aufgehoben. Dort wird nicht nur traditionelle afrikanische Musik gespielt, sondern auch auf deren Einfluss auf Musikrichtungen in aller Welt eingegangen. Zahlreiche Partys runden den Karneval ab.

Der Karneval der Kulturen beweist stets aufs Neue: Multikulti ist noch lange nicht tot! Besonders nicht in Berlin und schon gar nicht an diesen 4 Tagen!

Martin Schlereth (mit Bildmaterial von karneval-berlin.de)

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