EM-Quali gegen Türkei in Berlin – Eine Partie, zwei Heimmannschaften

Berlins Fußball Fans haben momentan wenig Grund zur Freude. Die alte Dame Hertha dümpelt einsam und verlassen und vor allem bar jeglicher Hoffnung auf Rettung am Tabellenende der Bundesliga herum. Der Frust entlud sichletzten Samstag in einer Randale – wie es immer so schön heißt – „sogenannter Fans“, die nach der Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg das Spielfeld stürmten. Möchten man sich den schönen Seiten des Fußballds in der Hauptstadt widmen, sollte man den Blick lieber auf den Sommer bzw. auf den Herbst richten.

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Im Sommer wird es wieder Zigtausende in die Biergärten, Kneipen oder auf die Fanmeile zum FIFA Fan-Fest™ (das Hauptstadtstudio berichtete) treiben, wenn die DFB-Elf in Südafrika um die Weltmeisterschaft kämpft. Am Freitag gabs nun eine weitere gute Nachricht für die hiesigen Fußballbegeisterten. Wie der DFB bekannt gab, wird das Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine gegen die Türkei am 08. Oktober im Berliner Olympiastadion ausgetragen. Der Auswahl Berlins als Spielorts ist eine ganz besondere Bedeutung beizumessen. Wie bei fast jeder Partie einer türkischen Fußballmannschaft in Deutschland wird  auch dieses Mal wieder  von „einem Quasi-Heimspiel“ für die türkische Elf die Rede sein. Immerhin ist in Berlin mit etwa 200.000 Mitgliedern die größte türkische Gemeinde außerhalb der Türkei beheimatet.

Bislang fanden in Berlin 42 Länderspiele des DFB statt, darunter im Jahr 1908 das erste Heimspiel einer DFB-Mannschaft überhaupt. Die Bilanz lautet: 17 Siege, 14 Remis bei 11 Niederlagen. Die letzte Begegnung am 19. November 2008 endete mit einer 1:2 Niederlage gegen England. Auch das erste Aufeinandertreffen der deutschen und der türkischen Nationalmannschaft im Jahr 1951 fand in Berlin statt und endete ebenfalls mit einer 1:2 Heimniederlage.  Die Gesamtbilanz mit 12 Siegen, 3 Remis und nur 3 Niederlagen spricht allerdings deutlich für Jogis Jungs (oder wessen Jungs es nach der WM auch immer sein werden). Egal wer die Partie am 08. Oktober gewinnen wird, viele Berliner werden jubeln, auf der anderen Seite werden aber ebenfalls zahlreiche Berliner betrübt sein.

Martin Schlereth

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