Mai-Randale vs. Fußball

gdp-bundespolizei.de

© www.gdp-bundespolizei.de

Es herrscht tiefster Winter in Deutschland. Überall gestrichene Flüge, ungeräumte Gehsteige und auch die Fußball-Bundesliga hält noch tiefen Winterschlaf. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) denkt jedoch schon weiter. Da in diesem Jahr der 1. Mai auf einen Samstag fällt, fordert Körting die Verlegung der für diesen Tag geplanten Bundesligapartien.

Im Zuge der im Sommer bevorstehenden Weltmeisterschaft in Südafrika hat der Fußball-Weltverband FIFA ein frühzeitiges Ende der nationalen Meisterschaften angeordnet. In der Bundesliga finden traditionsgemäß an den letzten beiden Spieltagen einer Saison alle Partien zur selben Zeit statt. Dies hat zur Folge, dass in diesem Jahr neun Erstligapartien auf den Tag der Arbeit fallen. Körting befürchtet, dass die Polizei nicht für die Sicherheit im Umfeld der Bundesligaspiele sorgen und gleichzeitig die zu erwartenden Mai-Kundgebungen und Krawallen in Schach halten könne.

Körtings Sorge ist durchaus berechtigt. Im Jahr 2009 erlebte Berlin die heftigsten Zusammenstöße zwischen 1. Mai-Demonstranten und Polizei seit Jahren. Darüber hinaus nehmen auch die Übergriffe gewaltbereiter Hooligans im Umfeld von Fußballspielen wieder zu. Randalen in der Endphase der Meisterschaft kombiniert mit auf Krawall gebürsteten 1. Mai-Chaoten könnten eine wahrlich explosive Mischung ergeben, welche die Einsatzkräfte der Polizei vollends überfordert und einer unverhältnismäßigen Gefahr aussetzt.

6000 Beamte am 1. Mai im Einsatz

Allein in Berlin waren im vergangenen Jahr am 1. Mai 3000 Berliner Polizisten im Einsatz. Diese wurden noch von weiteren  3000 Beamten aus anderen Bundesländern sowie der Bundespolizei unterstützt. Sollten der Bundesligaspieltag wie geplant mit seinen neun Begegnungen am 1. Mai ausgetragen werden, würden dieses Jahr deutlich weniger Kräfte zur Verfügung stehen. Eine weitere Belastung für die Beamten stellen die Partien der unteren Klassen dar. Alleine in der Regionalliga gibt esnach Angaben der Polizei etwa 3000 gewaltbereite „Fans“.

Untertützung für sein Ansinnen fand Körting bei der Innenministerkonferenz der Länder. Der Deutsche Fußball Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) sind bisher aber nur bereit, die Partien der 2. und 3. Liga auf den 30. April bzw. den 2. Mai zu verschieben. Ein Abrücken vom „heiligen“ Samstag als Spieltag der 1. Bundesliga würde wohl auch sonst friedfertige Fußballfans auf die Barrikaden treiben.

Martin Schlereth

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.