Berliner WM-Splitter
WM in Berlin: Bei den FuĂźball-Weltmeisterschaften in Deutschland 1974 und 2006 fanden insgesamt 9 Parteien im Berliner Olympiastadion statt:
- WM 1974 (3 Spiele der ersten Finalrunde): BR Deutschland – Chile 1:0; Chile – DDR 1:1; Australien – Chile 0:0
- WM 2006 (4 Vorrundenspiele, 1 Viertelfinale, Finale): Ecuador – Deutschland 0:3; Schweden – Paraguay 1:0; Brasilien – Kroatien 1:0; Ukraine – Tunesien 1:0; Deutschland – Argentinien 1:1 n.V., 4:2 i.E.; Italien – Frankreich 1:1 n.V., 5:3 i.E.
Premiere: Erster Berliner WM-Teilnehmer war 1970 der Herthaner Abwehrspieler Bernd Patzke. Bei der WM in Mexiko kam er zu drei Einsätzen. Beim gleichen Turnier wirkte auch der in Berlin geborene Horst “Luffe” Wolter mit. Er ersetzte beim 1:0 Sieg gegen Uruguay im Spiel um Platz 3 Sepp Maier im Tor der Deutschen.
I werd narrisch: Auch bei der Schmach von Cordoba hatte mit Erich “Ete” Beer ein Herthaner die zweifelhafte Ehre,an der legendären 2:3 Niederlage beteiligt zu sein. Insgesamt machte der gebĂĽrtige Franke bei der WM 78 in Argentinien 4 Spiele und blieb dabei ohne Torerfolg.
Berliner Weltmeister: Obwohl die Deutsche Nationalmannschaft bereits dreimal den Weltmeistertitel holte, können sich nur zwei Berliner FuĂźball-Weltmeister nennen: Thomas “Icke” Häßler holte gemeinsam mit Pierre “Litti” Littbarski 1990 in Italien den Titel.
Berliner Vize-Weltmeister: An der WM 2002 in Japan und Südkorea nahmen ebenfalls zwei gebürtige Berliner teil. Der damals für die Hertha spielende Marko Rehmer kam allerdings nur zu einem Einsatz. Rehmer war zudem der erste und immer noch einzige Ost-Berliner, der für den DFB an einer Weltmeisterschaft teilnahm. Charsten Ramelow kam immerhin auf 5 Einsätze und wurde auch im Finale eingesetzt. Durch das 0:2 gegen Brasilien verpasste er nach der Vize-Meisterschaft und den verlorenen Finals im DFB-Pokal und der Champions League mit Bayer Leverkusen zum vierten mal einen Titel innerhalb weniger Wochen.
Mehr als Matthäus, weniger als Ronaldo: Insgesamt bestritten 9 in Berlin geborene bzw. zum Zeitpunkt der WM fĂĽr die Berliner Hertha kickende Spieler 51 Partien fĂĽr den DFB bei diversen FuĂźball-Weltmeisterschaften. Im Vergleich dazu: Rekord-WM-Spieler ist Lothar Matthäus, der es alleine auf 25 WM-Einsätze brachte. Als einzigem Berliner konnte sich Pierre Littbarski in die TorschĂĽtzenlisten eintragen. Zwei Treffer gelangen ihm bei der WM 1982 in Spanien, ein drittes Tor gelang ihm beim 1:1 im Vorrundenspiel 1990 gegen Kolumbien. Bester WM-Torjäger aller Zeiten ist der Brasilianer Ronaldo mit insgesamt 15 Endrunden-Treffern. Erfolgreichster Deutscher ist der “Bomber der Nation” Gerd MĂĽller mit 14 Toren.
Real existierender Fußball-Sozialismus: Die Auswahl der DDR konnte sich nur einmal für eine WM-Endrunde qualifizieren. Bei der WM 1974 kam es ausgerechnet in Deutschland dann auch noch zum legendären Bruderduell gegen die DFB-Elf, welches das Ost-Team durch ein Tor von Jürgen Sparwasser zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Im Kader des Deutschen Fußball Verbandes (DFV) stand mit Jürgen Pommerenke lediglich ein gebürtiger Berliner. Unterstützung bekam er vom Brandenburger Reinhard Lauck, der zur damaligen Zeit für den BFC Dynamo spielte. In den 6 Spielen der DFV-Auswahl wurden beide je dreimal eingesetzt, ohne ein Tor erzielen zu können.







