Claus Peymann

© Volker Hartmann
Er ist wahrscheinlich Deutschlands derzeit bekanntester und bedeutendster Theaterregisseur. Diesen Ruf stützt Claus Peymann auch durch sein selbstbewusstes Auftreten und Aussagen à la “Was wäre das Theater ohne mich?” oder “Wo ich bin, ist keine Provinz”.
Zwar war die Spreemetropole auch vor Peymann eine Stadt von Weltrang und auch die Theaterlandschaft musste sich mit seiner bewegten Vergangenheit nicht den Vorwurf gefallen lassen, provinziell zu sein, doch ist Peymanns Engagement unbestritten eine Bereicherung für Berlins kulturelles Leben. Nach seinem kontroversen Engagement am Burgtheater in Wien leitet der 1937 in Bremen geborene Peymann seit 1999 das von Bertolt Brecht gegründete Berliner Ensemble im Theater am Schiffbauerdamm. Dort waltet er als Intendant, künstlerischer Leiter und Geschäftsführer in Personalunion.
Peymann ist aber nicht nur hinter den (Theater-)Kulissen tätig, sondern wurde auch selbst Inhalt eines Theaterstücks. Der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard verewigte seinen langjähriger Weggefährten und Freund Claus Peymann in dem dreiteiligen Werk “Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen”.
Provozieren gehört für Peymann zum Geschäft. Im Wiener Burgtheater setzte er Thomas Bernhards “Heldenplatz” in Szene und versetzte mit seiner Art der Auseinandersetzung mit Österreichs Nazi-Vergangenheit das ganze Land in Aufruhr. Sein Gespühr für politischen und sozialen Zündstoff stellte er auch in Berlin unter Beweis. Mal wettert er in einem B.Z.-Interview gegen Berlin als Verblödungsstadt, ein anderes Mal bietet er dem ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar nach dessen Entlassung aus der Haft einen Praktikumsplatz beim Berliner Essemble an. Wo Peymann ist, da ist Leben in der Bude. So gesehen passt er zu Berlin wie die Faust auf Auge.
Martin Schlereth








