Hauptstadtstudio.com

Königs Wusterhausen – Ein Tag in KW (Teil 2)

Wer den Begriff “Kurzwelle” – abgekürzt KW – kennt und sich vielleicht sogar für die Rundfunk- & Meldetechnik begeistern kann, dem sei dringend empfohlen sich nach Königs Wusterhausen zu begeben. Man mag es der Kleinstadt nicht auf den ersten Blick zutrauen, doch schreibt sie, was die erwähnten Techniken und Entwicklungen angeht, Geschichte. Hier nämlich begann sie erst, die Geschichte des deutschen Rundfunks.

© Hauptstadtstudio

“Hier Königs Wusterhausen auf Welle 2700”

Kaum hat man das Heimatmuseum verlassen blickt man auch schon auf den Funkerberg auf welchem Mast 17 – sozusagen als letztes Monument – die Stellung für seine ehemaligen Kollegen hällt. Wer sich fragt, warum sich drei Sendemasten im Stadtwappen befinden und nur einer vor Ort zu sehen ist, findet die Lösung anlässlich eines Besuchs des beachtlich ausgestatteten und interaktiv gestalteten Rundfunkmuseums.

© Hauptstadtstudio

In seiner Blütezeit Mitte der dreißiger Jahre – so lässt sich hier feststellen – standen auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen summa summarum 22 Sendemasten und -türme. Der sogenannte Mittelturm (im Volksmund auch “der Dicke” genannt) gar mit einer imposanten Höhe von 243 Metern. “Der Dicke” allerdings, stürzte im Jahre 1952 anlässlich eines tobenden und folgenreiches Sturmes ein. Der reguläre Sendebetrieb auf dem Funkerberg – welcher zunächst strengen militärischen Prinzipien und Richtlinien untersetzt war und erst ab 1920 in kleinen Schritten der Öffentlichkeit zugänglich wurde – wurde nach und nach verringert und im Sommer 1995 endgültig eingestellt.

© Hauptstadtstudio

Dennoch weiß der Ort seine Bedeutung auch heuer noch sehr wohl zu unterstreichen. Nicht zuletzt zur Erhaltung dieser stolzen Vergangenheit beschloß man erst kürzlich, Mast 17 aufwendig zu restaurieren. Besonders der Förderverein “Sender KW” um den Vorsitzenden Rainer Suckow herum, ist darum bemüht die Geschichte KW’s zu konservieren und anderen zugänglich zu machen. So ist es dem Förderverein zu verdanken, dass das Rundfunkmuseum im ehemaligen Sendehaus 1 zu dem geworden ist, was es nun einmal ist – eine durchaus sehenswerte und informative Ausstellung rundherum die Geschichte der deutschen Rundfunktechnik. Ist man in größerer Gruppe (15 bis maximal 30 Personen) zu Gast, wird auch gerne mal der gigantische 1000PS-Dieselmotor, welcher ehemals der eigenständigen Stromversorgung diente, zu Demonstrationszwecken angeschmissen. Auch hält man für junge Besucher eine funk- und elektrotechnische Jugendwerkstatt bereit.

© Hauptstadtstudio

Auf die Überreste der Dicken, sowie der beiden Sendehäuser 2 & 3 hingewiesen, verliessen wir das Museum reich an industriehistorischem Heimatwissen. Durch die kalte und schneebedeckte Landschaft zogen wir, um uns ein Bild der heute noch vorfindbaren Fundamente des damals 243 Meter hohen “Dicken” zu machen. Nach etwa 15-minütigem Marsch durch die Schneepracht erreichten wir besagte Sockelfundamente und statteten auch den Funkhäusern einen kurzen Besuch ab. Nach eingehender Visite der jeweiligen Lokaliläten, beschloßen wir ermüdet von der Menge an Frischluft die Stadtmitte zwecks Heimfahrt aufzusuchen. Man muss schließlich auch einmal Abschied nehmen.

© Hauptstadtstudio

Wir kehren somit Königs Wusterhausen den Rücken um erneut vom örtlichen Bahnhof mit der S-Bahn auf den Alex zu fahren. Bedanken möchten wir uns bei dem Vorsitzenden des Heimatvereins Uwe Wolff und dem Förderverein “Sender KW” für die uns entgegengebrachte Gastfreundschaft.

© Hauptstadtstudio

Zur Galerie ->

<- zurück zu Teil 1

Für das hauptstadtstudio und seine Leserschaft reportierten:
Martin Schlereth & Bernard Bruck