Königs Wusterhausen – Ein Tag in KW

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© Hauptstadtstudio

Am Samstag, 16. Januar 2010 war es wieder mal soweit: das hauptstadtstudio machte sich auf zu seiner zweiten JWD-Etappe nach Königs Wusterhausen. Es galt die interessanten Seiten der Stadt ausfindig zu machen und Zweiflern zu beweisen, dass Königs Wusterhausen eine (Tages-)Reise wert ist und mehr als nur einen außergewöhnlichen Namen zu bieten hat. Ausgangspunkt war erneut der Bahnhof Alexanderplatz.

Nach nicht einmal einer dreiviertel Stunde Fahrtzeit hatten wir  Königs Wusterhausen erreicht, die mit knapp 33.000 Einwohnern größte Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald. Noch ein kurzer 5 minütiger Fußmarsch vom Bahnhof und schon standen wir im historischen Stadtzentrum von Königs Wusterhausen. Dieses wird geprägt vom Schloss Königs Wusterhausen und den dazugehörenden Kavaliershäusern.

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Während im Schloss Führungen angeboten werden, laden in den Kavaliershäusern Restaurant, Café, und Bäckerei zur Einkehr ein. Seine Blütezeit erlebten Schloss und Ort unter dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., der das Schloss als seine bevorzugte Residenz ansah und sich hier der Ausbildung der des Regiments der “Langen Kerls” widmete. Mehr zur Geschichte Königs Wusterhausens konnten wir im ganz nah gelegenen Heimatmuseum in Erfahrung bringen.

Heimatmuseum Königs Wusterhausen

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Alleine schon das Gebäude des Heimatmuseums hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Ursprünglich befand sich an dessen Stelle das Haus des Gutsverwalters. Später wurde das Gebäude als Forsthaus genutzt. Zu DDR-Zeiten richtete schließlich die Stasi hier ihre örtliche Zentrale ein. Seit 1996 betreibt hier nun der Heimatverein Königs Wusterhausen 1990 e.V das schmucke Heimatmuseum. Bereits vor dem Eingang werden im Außenbereich zahlreiche historischer Werkzeuge und Landmaschinen ausgestellt. Zu den Prunkstücken zählen hier eine alte Dorfschmiede sowie ein liebevoll rekonstruierter und voll funktionstüchtiger historischer Brotbackofen.

An der Museumskasse wurden wir gleich äußerst freundlich auf den Aufbau des Museums hingewiesen. In 13 thematisch unterschiedlich ausgerichteten Räumen geht das Museum auf verschiedenste Themen aus Geologie, Archäologie und Geschichte ein. Anhand von  Schautafeln und zahlreichen Exponaten – originalen Fundstücken wie auch Nachbildungen – schlägt das Museum einen Bogen von der Erdentstehung, über frühzeitige Ansiedlungen der Menschen in der Gegend bis hin zum alltäglichen Leben im 18. bis 20. Jahrhundert.

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Einen besonderen Reiz entwickeln die liebevoll eingerichteten Wohnräume eines Hauses um das Jahr 1920. Wohnzimmer, Kinderschlafzimmer und Küche lassen den Besucher in das Leben von vor 90 Jahren eintauchen. Das Museum vergisst bei aller Heimeligkeit jedoch nicht, auch auf das dunkle Kapitel Nationalsozialismus einzugehen.

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Neben all den geologischen, archäologischen und historischen Details schafft es das Heimatmuseum jedoch auch, eine humorvolle Komponente mit einfließen zu lassen. Im Rahmen einer Sonderausstellung geht das Museum auf die Geschichte der Fischerei ein. Besondere Aufmerksamkeit erregt hierbei die Figur eines kleinen grünen Männleins, dem Frösche aus dem Maul quellen. Irritiert fragt sich der Betrachter, was dieses „Marsmännchen“ in einem Heimatmuseum zu suchen hat. Ein in der Nähe angebrachtes Schild sorgt für Aufklärung. Das Männchen stellt einen Nix aus einer Sage aus der Umgebung dar.

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Diese Sage erzählt von einem Fischer, dem eben jener Nix erscheint und von ihm nach seinem Namen gefragt wird. Der Fischer antwortet darauf: “Selbergedan”. Der Nix erwidert: “Selbergedan, ich bespucke dich!” und spuckt die Frösche aus seinem Maul in die Pfanne des Fichers, der gerade dabei war, sich Fische fürs Abendessen zu braten. Zur Strafe schlug der Fischer so hart mit einem Stock auf den Nix ein, dass der jämmerlich zu schreien beginnt, worauf  alle Nixe aus dem Wasser schauen und fragen, wer denn dem Nix was zu Leide getan hätte. Der Nix antwortete: “Selbergedan!”.  Für die anderen Nixe hörte es sich so an, als hätte der freche Nix selber etwas getan. Daher wussten sie nicht, wie sie ihm hätten helfen können, und tauchten wieder ab. Auch der hilflose Nix sprang zurück ins Wasser und sollte fortan nie wieder arglose Fischer bespucken.

Zum Abschied gab uns der Vorsitzende des Heimatvereins Uwe Wolff persönlich noch einige Annekdoten mit auf den weiteren Weg und versäumte es auch nicht, uns eine Einladung für das jährlich stattfindende Sommerfest auszusprechen. Historisch nun voll im Bilde machten wir uns anschließend auf, den Funkerberg zu erklimmen.

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