Horst Krzbrg verabschiedet sich überraschend

Die Berliner Clublandschaft ereilte in dieser Woche eine weitere Hiobsbotschaft. Vollkommen unerwartet verabschiedet sich das allseits beliebte Horst Krzbrg von seinen Gästen. Die Hauptstadt verliert damit eine weitere bedeutende Location.

© Horst Krzbrg / Facebook

© Horst Krzbrg / Facebook

Es kam wohl, wie es kommen musste. Nachdem die Betreiber des Horst Krzbrg bereits seit einiger Zeit mit gleich mehreren Problemherden zu kämpfen hatten, entschieden sie sich nun, mehr oder weniger gezwungen, dazu den Clubbetrieb einzustellen und das Feld bzw. die Räumlichkeiten zu räumen. Warum genau der Club schließen musste, dazu gibt es keine wirklich präzisen Antworten. Im Interview mit der Berliner Zeitung gibt der bisherige Betreiber des Horst Krzbrg, Johnnie Stieler, u.a. Gründe an, welche mit der Rentabilität von Clubs oder aber mit der Umwandlung von Gewerbe- in Wohnraum in der unmittelbaren Nachbarschaft zu tun haben. Der Vermieter habe sich „rechtlich nichts zuschulden kommen lassen“. „Kühl betrachtet“, so Stieler weiter, sei es durchaus nachvollziehbar, dass Vermieter keine Clubs in ihren Häusern haben wollen. Daneben beschwert sich der Clubbetreiber in erwähntem Interview auch über die Berliner Dumping-Preise, sowie über „Easyjet-Touristen“.

Auf der Facebook-Seite des Clubs gehen seit Tagen Beileidsbekundungen von Menschen aus aller Herren Länder ein. Auch viele eingeschworene Fans des Horst, hinterlassen hier Kommentare oder lassen ihrem Ärger über die Schließung und die damit verbundenen Umstände Luft. Auf die Frage eines Facebook-Users „Ja aber wo sollen wir denn jetzt genau hin?“ antwortet ein anderer „am besten zurück in die 90er als es reichlich leerstehende häuser und räume gab.“. Tatsächlich dürfte dies eine Aussage sein, derer sich mittlerweile viele anschließen würden. Neben dem Horst Krzbrg fielen in den vergangenen Monaten auch andere Clubgrößen dem Berliner Clubsterben und damit dem Boom um den Berliner Immobilienmarkt zum Opfer. So etwa der Klub der Republik, der Tape Club oder aber der Knaack Club. Letzterer jedoch, soll bis 2016 an neuem Ort wiedereröffnet werden (wir berichteten).

Bleibt zu hoffen, dass auch das Horst Krzbrg früher oder später eine Renaissance erlebt. Es wäre den zahlreichen enttäuschten Fans jedenfalls zu wünschen.

Bernard Bruck (mit Bildmaterial der offiziellen Facebook-Seite des Horst Krzbrg)