„Prypyat – Mon Amour“ | Galerie SlaM

Wie ist es wohl, wenn man als Kind wegen einer atomaren Katastrophe alles hinter sich lassen und umsiedeln muss und diesen Ort 25 Jahre später als Geisterstadt auffindet? Alina Rudya hat genau dies getan und stellt ihre Fotos aktuell und noch bis zum 14. November in der Galerie SlaM in der Torstraße aus.

© Alina Rudya

Ihr Vater war 28 Jahre, die Mutter nur 23 Jahre alt, da mussten beide mit ihrer erst einjährigen Tochter Alina die Flucht vor der nuklearen Katastrophe von Tschernobyl ergreifen. Wenige Tage zuvor arbeitete Alina’s Vater noch als Ingenieur in dem Kernkraftwerk nahe seiner Heimatstadt Prypyat (deutsch: Prypjat). Das damalige Durchschnittsalter der Bewohner von Prypjat betrug nur 26 Jahre – die meisten von ihnen arbeiteten in dem nur wenige Kilometer entfernten Kernkraftwerk. Zum Zeitpunkt der Katastrophe bewohnten etwa 49.360 Einwohner die 1970 gegründete Stadt. Unmittelbar nach der Explosion des Reaktors wurde Prypjat evakutiert und damit zur Geisterstadt.

25 Jahre später, im Alter von 26 Jahren ist Alina Rudya – mittlerweile studierte Journalistin und leidenschaftliche Fotografin – im Jahr 2011 zurück an ihren Geburtsort gekehrt um sich ein Bild der Situation vor Ort zu machen. Unter anderem war es ihr (durch eine spezielle Genehmigung) möglich, die Wohnung in welcher sie damals gemeinsam mit ihren Eltern wohnte zu besichtigen, wo auch einige ihrer nun ausgestellten Werke entstanden.

© Alina Rudya

Insgesamt ist die Ausstellung in der Galerie „Sur la Montagne“ (kurz: SlaM) (Torstr. 170 – Berlin-Mitte) eine durchweg sehenswerte Sammlung ganz privater Eindrücke der gebürtigen Ukrainerin und Wahl-Berlinerin. Wer sich die Aufnahmen selbst ansehen will, hat hierzu noch bis zum 14. November Gelegenheit.

Bernard Bruck (mit Bildmaterial von Alina Rudya)

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