Kongresszentrum ICC soll für 300 Millionen Euro saniert werden

Der Plan dürfte bei manch einem auf Ablehnung stoßen. Wie der Tagesspiegel in einem Exklusivbeitrag berichtet, plant die Regierungskoalition aus SPD und CDU die Sanierung des Internationalen Kongresszentrums (ICC) in Westend. Die Kosten von ungefähr 300 Millionen aber will das Land nicht alleine stemmen.

© icc-berlin.de

„Das Internationale Congress Centrum Berlin (ICC Berlin) ist eines der größten, modernsten und erfolgreichsten Kongresshäuser der Welt“, ist auf der offiziellen Webseite des ICC zu lesen. Tatsächlich ist der Kongress-Koloss vielen (zumindest optisch) wohl eher als Klotz, der ein wenig an Reaktor 4 in Tschernobyl  erinnert, bekannt – ohne dabei den Sinn und Zweck des Komplexes in Frage stellen zu wollen. Wie dem auch sei. Ab 2014 soll der Bau – geht es nach dem Willen der Berliner Regierung aus SPD und CDU – für rund 300 Millionen Euro saniert werden. Die tatsächlichen Kosten dürften, wie denn so oft, wohl etwas höher liegen. Vom bis zuletzt diskutierten Abriss der „Messe Berlin“ will man von politischer Seite her nichts wissen.

Alleine aber möchte das Land Berlin die Kosten für das größte Kongresszentrum Europas nicht tragen. Mehrere Politiker der rot-schwarzen Regierungskoalition sprachen sich für eine Aufteilung der Kosten aus. So sollen, geht es nach dem Regierenden Bürgermeister Wowereit, laut  Tagesspiegel maximal 250 Millionen Euro vom Berliner Haushalt zur Verfügung gestellt werden. Den Rest sollen – laut vorläufigem Entwurf – die landeseigene Messe sowie private Partner aufbringen.

Nach einem Bericht der TAZ vom 15. März wollen weder die Regierung noch die Opposition einen Abriss des ICC in Kauf nehmen. Dabei wurde gerade zu diesem Zeitpunkt die Kostenexplosion für die Sanierung des Kongresszentrums von ursprünglich 180 auf zunächst 330 Millionen Euro bekannt. Bereits 2008 hatte sich die damalige rot-rote Regierung auf den Erhalt und die Sanierung des riesigen Kongresshauses (320 Meter lang, 80 Meter breit) geeinigt.

Während der Flughafen BER mit vielen Monaten Verspätung wohl frühestens Ende Oktober 2012 eröffnet (wir berichteten) und die Pläne um einen Neubau des Berliner Stadtschlosses in der Luft schweben, kommt nun also wohl noch ein weiteres Multimillionen-Projekt auf den Steuerzahler zu. Es bleibt abzuwarten, was dieser von all den kostspieligen Plänen hält. Was die Sanierung des ICC angeht, könnte es bereits in der kommenden Woche zu der geplanten politischen Einigung zwischen den Entscheidungsträgern kommen.

Bernard Bruck (mit Bildmaterial von icc-berlin.de)

 

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