Liebigstraße 14 steht vor der Räumung

Wie die BewohnerInnen der Liebigstraße 14 auf ihrem Blog bekannt geben, wurde ihnen am 10. Januar ein schriftlicher Räumungsbescheid zugestellt. Zum 2. Februar soll das seit der Wende von Linksautonomen besetzte Objekt nun geräumt werden. Sowohl von Seite der Aktivisten, als auch der Polizei bereitet man sich auf Krawalle vor.

© liebig14.blogsport.de

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Es zählt wohl zu den bekanntesten alternativen Wohnprojekten in Berlin. Das Haus in der Liebigstraße 14 ist bereits von weitem als das zu erkennen, was es ist: Eine Hochburg der linken Szene. Ein Projekt um dessen Erhalt sich letzten Endes nicht nur die Bewohner, sondern auch Politiker bemühten. Nun allerdings – nachdem man im Oktober 2009 den  letzten Räumungsprozess gegen den Eigentümer des Objektes, Suitbert Beulker, verlor – scheint das Ende des seit 1990 bestehenden Wohnprojektes beschlossen. Die Vollstreckung der Räumung ist für den 2. Februar, 8 Uhr morgens angesetzt.

Genau dies allerdings, führt nun zu hitzigen Diskussionen. Waren bei der Räumung eines ähnlichen Objektes im November 2009 in der Brunnenstraße in Berlin-Mitte rund 600 Polizeibeamte zur Sicherung der Räumungsmaßnahme im Einsatz (wir berichteten), so dürfte die geplante Räumung in der Liebigstraße weit mehr Einsatzkräfte auf den Plan rufen. Nicht nur die Tatsache, dass gegenüber dem betreffenden Objekt ein weiteres als „linksautonom“ bekanntes Haus steht, dürfte die geplanten Maßnahmen des Gerichtsvollziehers behindern. Es wird mit massiven Protesten und Aktionen gerechnet – bis zu 1.000 Beamte werden zur Sicherung im Einsatz sein.

Vorangegangene Vermittlungsversuche durch den Bezirk wurden vom Eigentümer stets ignoriert. Der Bürgermeister der Bezirke Friedrichshain und Kreuzberg, Franz Schulz, bekundete sein Bedauern gegenüber der linksalternativen Szene.

Bernard Bruck (mit Bildmaterial von liebig14.blogsport.de)

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