Berlin bewirbt sich um Austragung des Eurovision Song Contests 2011

Lenas Sieg beim Eurovosion Song Contest 2010 in Oslo stand gerade einmal wenige Minuten fest, da begann schon die Diskussion, welche deutsche Stadt denn den Wettbewerb im nächsten Jahr ausrichten dürfe. Nun stehen die offiziellen Bewerberstädte fest: Hamburg, Düsseldorf, Hannover und Berlin.

© Indrek Galetin (EBU)

Als einer der Favoriten geht sicherlich die Hansestadt Hamburg ins Rennen. Zum einen hat hier der veranstaltende NDR ihren Sitz, der zusammen mit der ARD und der European Broadcasting Union (EBU) über den Veranstaltungsort entscheidet, zum anderen werden auf St. Pauli bereits seit Jahren große Feste zum Eurovision Song Contest gefeiert.

Etwas überraschend erscheint die Bewerbung Düsseldorfs, ist die Metropole der Rhein-Ruhr-Region bisher doch eher weniger durch eine besondere Verbindung zum ESC aufgefallen. Eher war eine Bewerbung Kölns erwartet worden. Da sich der ESC traditionell besonders unter Homosexuellen großer Beliebtheit erfreut, wäre die Schwulen-Hochburg Köln als Austragungsort durchaus vorstellbar gewesen. Düsseldorfs Trumpfkarte ist der geplante Veranstaltungsort. So soll der Contest nicht einfach in irgendeiner Halle, sondern in der vollständig überdachbaren Fußballarena stattfinden.

Dritter Bewerber ist Lenas Heimatstadt Hannover, dem jedoch nur geringe Chancen zugerechnet werden. Sogar Lena selbst hat sich für eine Austragung in der deutschen Hauptstadt ausgesprochen.

Lena will nach Berlin

Womit wir beim letzten Bewerber Berlin wären. Der Jubel über Lenas Sieg war noch nicht verklungen, da wurde bereits Berlin als Austragungsort für den ESC 2011 ins Gespräch gebracht (das Hauptstadtstudio berichtete). Für Berlin spricht zum einen schon der Hauptstadtbonus, da der Song-Contest meistens in der jeweiligen Hauptstadt des gastgebenden Landes ausgetragen wurde. Doch ist dies allein noch kein hinreichender Grund für die Vergabe an die Spree. In den letzten Jahren hat sich Berlin zur führenden Kulturstadt Deutschlands mit einer lebendigen Musikszene entwickelt. Auch deshalb wurde die ursprünglich in Köln angesiedelte Musikmesse Popkomm nach Berlin verlegt. Genau darin liegt auch einer der Hauptkritikpunkte in der Bewerbung Berlins. In der Vergangenheit sind zahlreiche Kulturveranstaltungen aus anderen deutschen Städten an die Spree abgewandert, und nun soll auch noch der Eurovision Song Contest in Berlin ausgerichtet werden? Kritiker sehen eher Städte mit einer engeren Beziehung zum ESC an der Reihe. Favorit wäre demzufolge wieder Hamburg.

Wie Düsseldorf versucht auch Berlin mit einer außergewöhnlichen Location zu punkten. Berlin führt nicht wie zunächst von vielen erwartet die O2 World am Ostbahnhof, sondern den historischen Fluhafen Tempelhof als Austragungsort im Wettstreit um die Ausrichtung an. Das ehemalige Flughafengelände Tempelhof wird bereits seit seiner Stillegung im Jahr 2008 für kulturelle Großveranstaltungen genutzt. In Kürze findet dort auch wieder die Popkomm (8. bis 10. September) und das Berlin Festival (10. – 11. September) statt.

Mit einer Entscheidung darüber, in welchel Stadt Lena am 14. Mai 2011 zur Titelverteidigung antreten wird, ist nach Aussagen von Thomas Schreiber, ARD-Koordinator Unterhaltung, noch im Laufe des Sommers zu rechnen.

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Martin Schlereth (mit Bildmaterial von eurovision.tv)

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