Easyhotel: Übernachten ohne Schnickschnack
Donnerstag, 11. März 2010 | Von Andreas Barton | Eingeordnet unter: PanoramaIn Berlin eröffnet die Billigkette Easyhotel das erste Haus. Wie die Berliner Zeitung berichtet, möchte Easyhotel mit Preisen ab 25 EUR für ein Doppelzimmer pro Nacht in den Hotelmarkt einsteigen.In der Rosenthaler Straße in Mitte hat jetzt das neue Haus mit 125 Zimmern die Türen geöffnet. Das Konzept ist einfach bzw. gar nicht vorhanden: ein Zimmer mit 9,75 Quadratmetern, ein Bett zum Schlafen, eine Toilette, Dusche, Waschbecken, keine Extras. Frühstück gibt es nicht, genauso vergeblich sucht man einen Aufenthaltsraum oder Sitzgelegenheiten in der Lobby. Damit folgt das neue Hotel der Unternehmensphilosophie von Easyjet-Chef Stelios Haji-Ioannou, zu dessen Gruppe auch die Billighotels gehören.
Trotz des nicht existierenden Komforts wirken die Zimmer nicht billig. Dusche und Toilette sind durch eine Milchglas-Wand vom Zimmer getrennt und der Fußboden besteht aus dunklen Steinplatten mit eingebauter Fußbodenheizung. Auch an den Betten ist nichts auszusetzen: “An den Matratzen haben wir nicht gespart, sie haben Vier-Sterne-Standard. Unsere Gäste sollen gut schlafen”, sagt Investor Peter Sauter.
Wer fernsehen möchte, zahlt sieben Euro pro Tag. Internet kostet drei Euro. Auch extra Zimmerreinigung und Handtuchwechsel sind gegen Aufpreis möglich. Das Personal besteht aus höchstens fünf Mitarbeiter, die in der Nachtschicht von Studenten abgelöst werden. Die Reinigung übernimmt eine Firma.
Das Design der Zimmer wurde zusammen mit Studenten der Universität der Künste Berlin erarbeitet. Einfach und funktional beschreibt Hotel-Geschäftsführer Achim Marowsky das Interieur. Statt Schränken für die Kleidung gibt es zwei an der Wand befestigte Metallbügel und ein paar Haken. Zusätzliches Gepäck kann in Schließfächern im Keller verstaut werden, kostet natürlich extra.
Attraktive Lage soll Gäste anlocken
Easyhotel setzt auf attraktive Innenstadtlagen. “Die Gäste müssen mitten im Geschehen sein und Restaurants in der Umgebung finden, wenn wir das Frühstück sparen”, sagt Sauter. Weitere Häuser in Berlin will das Unternehmen nahe Checkpoint Charlie und am Kudamm errichten. Zusätzlich sollen in München, Hamburg und Köln neue Standorte mit je zwei Häusern entstehen. “In diesen Städten funktionieren Tourismus und Business. Wie Berlin sind es lebendige Städte”, so Sauter weiter.
Weitere Infos erhält man auf der Internetseite des Unternehmens: http://www.easyhotel.com/
Andreas Barton








